Lutz Schneider von der deutschen Firma Dispro GmbH ist in der Schweiz auf Werbetour für Dispro-Öl 2000. Das Mittel soll angeblich Ölverschmutzungen bis in eine Tiefe von 20 Zentimetern aus Beton- oder Steinböden herausholen.

«Das klang gut», sagt Hanspeter Schumacher von der Zürcher Reinigungsfirma Mister Kool’s/Schumacher DLG. Er bestellte. Später erfuhr er vom Gutachten des spezialisierten Blei-Instituts in Jena (D), wo es heisst: «Die Reinigungswirkung durch das Reinigungsmittel Dispro-Öl 2000 wird weitgehend ausgeschlossen.»

Auch Bauunternehmer Reto Tschopp aus Langnau am Albis ZH liess sich blenden. Er unterschrieb einen Vertrag mit der handschriftlich eingefügten Klausel: «Nur die Hälfte vom kleinen Gebinde liefern.» Zu Hause stutzte er - die Klausel war durchgestrichen. Umstritten ist, von wem. Dass Schneider unterzeichnete Verträge manipuliert, stellte das Landgericht Dresden in einem Fall fest. Das Amtsstatthalteramt Luzern spricht in einem anderen Fall von «zweifelhaftem» Geschäftsgebaren.

«Eine Stellungnahme eines Amts aus Luzern ist uns nicht bekannt», schreibt Dispro-Rechtsvertreter Herbert Lohmann. Manipulationen an Tschopps Vertrag habe es nicht gegeben, gegen das Dresdener Urteil sei Berufung eingelegt worden, und bei der vom Blei-Institut getesteten Substanz handle es sich nicht um Dispro-Öl.

Reinigungsprofi Hanspeter Schumacher kommt das nicht ganz sauber vor. Er hat die Geschäftsbeziehung mit der Dispro GmbH abgebrochen.

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