Der Online-Handel hat Hochkonjunktur: Immer mehr Leute kaufen per Mausklick ein. Doch der Gesetzgeber hinkt bei der Regelung des Konsumentenschutzes hinterher. Deutschland hat nun reagiert: Seit vergangenem Monat ist ein neues Fernabsatzgesetz zum Schutz der Konsumenten in Kraft. Andere EU-Staaten werden nachfolgen.

Die Novelle regelt die Rechte und Pflichten im Online-Handel auf das Genauste. So muss sich der Anbieter eindeutig identifizieren, angebotene Waren und Dienstleistungen genau beschreiben, Preise mit allen Steuern und Versandkosten angeben, Zahlungs-, Liefer-, Garantie- und Widerrufbedingungen klarlegen sowie eine Beschwerdestelle benennen. Zudem hat der Käufer ein Rückgaberecht von 14 Tagen, das bei ungenügenden Informationen des Anbieters sogar vier Monate beträgt.

Das Gesetz hat auch Auswirkungen auf die Schweiz. Einerseits profitieren Schweizer Kunden beim Online-Shopping auf deutschen Servern ebenfalls vom Rechtsschutz, anderseits müssen Schweizer Händler die deutschen Bestimmungen einhalten – zumindest im Umgang mit deutschen Kunden.

Handlungsbedarf besteht auch für den Schweizer Gesetzgeber. Bislang gibt es hierzulande keine Regeln zum Online-Handel. Das könnte zu Rechtsungleichheiten führen, befürchtet Simonetta Sommaruga von der Stiftung für Konsumentenschutz: Deutsche Kunden könnten besser behandelt werden als Schweizer. «Das wäre eine massive Ungerechtigkeit», findet die SP-Nationalrätin, die mit einem parlamentarischen Vorstoss den Nachvollzug der EU-Richtlinie erreichen will. Bis auf weiteres gilt: immer das Kleingedruckte lesen und genaue Absprachen treffen.

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