Wer Verlautbarungs-Journalismus betreibt und irgendwelchen Exponenten nach dem Mund schreibt, der hat wenig zu befürchten. Wer indes unbequeme Fragen stellt und öffentlich Missstände anprangert, schafft sich nicht nur Freunde.

So hat der Beobachter über einen Bauunternehmer berichtet, der zahlreiche Hausbesitzer ins Elend stürzte. Aber statt dass der Firmenbesitzer zur Rechenschaft gezogen wurde, schützte ihn ein Thurgauer Bezirksrichter durch alle Böden hindurch - und der Beobachter erhielt einen Maulkorb. Doch nun rüffelten die Oberrichter ihren Berufskollegen und gaben dem Beobachter recht (siehe Artikel zum Thema «Fall Hellbrück: Abfuhr für richterliche Zensur»).

Schweizweit für Schlagzeilen sorgte Anfang Jahr ein Beobachter-Artikel über die Freiburger Spitalaffäre. Kaderärzte kritisierten das dortige Missmanagement und sagten aus, dass Notfallpatienten nicht rasch genug operiert werden konnten. Jetzt liegt der Untersuchungsbericht vor - von einem Gutachter, der nicht über alle Zweifel erhaben ist (siehe Artikel zum Thema «Freiburger Spitalaffäre: Die Bevölkerung beruhigen»). Involvierte Chirurgen vermuten, dass mit allen Mitteln versucht wird, Kritik unter den Teppich zu kehren.

Wir bleiben an beiden Geschichten dran - und versichern Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass wir weiterhin unbequeme Fragen stellen werden. Auch wenn das nicht allen passt.

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