Bio boomt. Gerade hat die Produzentenorganisation Bio-Suisse gemeldet, dass sie ihren Absatz letztes Jahr um rund acht Prozent steigern konnte. Und vor wenigen Wochen zeigte eine Studie, dass nirgends so viel Geld für Bioprodukte ausgegeben wird wie hierzulande. Grund zur Freude für all jene Landwirte, die umgestellt haben - sie profitieren davon, dass immer mehr Konsumenten bereit sind, für Bio tiefer in die Tasche zu greifen.

Dieses Geschäft lebt von Vertrauen: Der Kunde muss sich darauf verlassen können, dass das, was mit dem Knospe-Label versehen wird, tatsächlich bio ist. Damit dieses Vertrauen nicht blind sein muss, gibt es Kontrollorganisationen wie Bio-Inspecta. Diese «garantiert die Glaubwürdigkeit von Bioprodukten», verspricht sie denn auch auf ihrer Homepage - sogar doppelt.

Doch Thomas Grether zeigt in unserer Titelstory (siehe Artikel zum Thema «Bio-Label: Bei der Knospe ist was faul» sowie «Nachgefragt: ‹Schwarze Schafe gibts überall›»), dass es Bio-Inspecta bei den Kontrollen häufig nicht allzu genau genommen hat. In etlichen Fällen durften Bauern trotz Regelverstössen ihre Produkte als «bio» vermarkten und damit teils noch staatliche Direktzahlungen kassieren. Die Dummen sind die Konsumenten und all die ehrlichen Biobauern, denen wegen der schwarzen Schafe nun die Skepsis ihrer Kunden und Einnahmenverluste drohen. Vertrauen ist gut, seriöse Kontrolle wäre besser.

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