Wenn es stimmt, dass jeder gesellschaftliche Trend unweigerlich eine Gegenbewegung verursacht, werden Sie von unserer Titelgeschichte wenig überrascht sein. Das Thema klingt nur deshalb spektakulär, weil bisher das Gegenteil die Schlagzeilen besetzte: exzessiver Computergebrauch, Gewaltspiele, Realitätsverlust. Doch jetzt gilt es zu vermelden, dass die guten alten Familienspiele eine erstaunliche Renaissance feiern (siehe Artikel zum Thema «Spielen: Wer hier verliert, hat auch gewonnen»).

In der spielerischen Gemeinsamkeit werden nicht nur hehre Tugenden trainiert. Es geht in aller Regel um den Sieg - und oft sind dafür fast alle Mittel recht. Wer ärgert sich nicht über die kleinen Mogeleien oder das unwahrscheinliche Glück der Mitspieler? Wer zeigt Grösse in der Niederlage? Und wer ist frei von Schadenfreude? - Es ist im Spiel halt wie im Leben. Doch in diesem Anschauungsunterricht zu Verhaltensmustern und Charakterstärken oder -schwächen der Mitspieler liegt der wahre Gewinn des Spiels. Die kommenden Festtage bieten reichlich Gelegenheit, alte Formen der Gemeinsamkeit wieder einmal zu üben. Wir fordern Sie zum Selbstversuch auf.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen schöne Festtage - und viel Glück nicht nur zum neuen Jahr, sondern auch im Spiel.

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