Als sie ihre ersten Welterfolge feierten, waren sie noch als brave Burschen in Anzug und Krawatte unterwegs - einzig der Haarschnitt entsprach nicht ganz der gutbürgerlichen Norm. Mit ihren «Pilzköpfen» erregten die Beatles anfänglich fast mehr Aufsehen als durch ihre Musik. Haare bis in den Nacken: So wenig brauchte es in den frühen sechziger Jahren, um die westliche Welt in Aufruhr zu bringen. So uniform war das Alltagsleben. So starr waren die gesellschaftlichen Normen.

Kein Wunder, dass die plötzliche Eruption der 68er Bewegung Angst und Ratlosigkeit auslöste. Plötzlich wurde jede Autorität in Frage gestellt, jedes Tabu gebrochen, jede Tradition verspottet. Ein neues Lebensgefühl schaffte sich Raum, mal gewaltsam, mal friedensbewegt, mal liebestoll. Selten ist unser Land von einem derartigen Fieberschub erfasst worden.

Was ist nach 40 Jahren davon übrig? Unsere Titelgeschichte (siehe Artikel zum Thema «Jubiläum: Wir 68er») zeigt: Erstaunlich viele Namen aus der damaligen Protestbewegung sind im Gespräch geblieben. Sie haben sich als Unternehmer, Politiker, Kulturschaffende, Wissenschaftler mit dem einst attackierten «System» arrangiert.

Die 68er Bewegung hat zwar tiefe Spuren im Land hinterlassen. Aber die einst so revolutionäre Energie ist inzwischen gründlich ermattet: Blumen blühen nicht ewig.

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