Beobachter: Was war das Schönste, das Sie je auf der Deponie entgegengenommen haben?
Muije Kugi: Frische Blumen.

Beobachter: Bringen die Leute viel Verwertbares auf die Deponie?
Kugi: Unter den fünf bis sechs Tonnen Sperrgut, die durchschnittlich pro Tag angeliefert werden, befinden sich viele ganze, durchaus noch brauchbare Sachen. Vor allem unter den Velos hat es häufig noch intakte Exemplare.

Beobachter: Hat sich das Wegwerfverhalten der Bevölkerung in den letzten Jahren verändert?
Kugi: Wir sind nun mal eine Wegwerfgesellschaft. Seit gut zwei Jahren wird aber generell weniger und auch qualitativ weniger gute Ware entsorgt. Ich vermute, das liegt an der Wirtschaftslage. In den Boomjahren davor hatten wir hingegen sehr viel zu tun.

Beobachter: Was passiert mit Sachen, die noch einen Wert haben?
Kugi: Für die Buntmetalle haben wir einen Abnehmer, der uns einen kleinen Unkostenbeitrag an unseren Aufwand zahlt. Die Fahrräder nimmt, egal in welchem Zustand sie sich befinden, die Velobörse. Der Rest wird fachgerecht entsorgt.

Beobachter: Dürfen sich die Angestellten des Hagenholz bei den weggeworfenen Sachen bedienen?
Kugi: Wenn ein Mitarbeiter etwas haben möchte, muss er erst seinen Chef fragen und dann ein Formular ausfüllen, mit dem er bestätigt, dass er die Sachen nicht weiterverkauft und nicht an Dritte weitergibt.

Beobachter: Kommt das häufig vor?
Kugi: Es dürften etwa 50 Mal pro Jahr sein.

Beobachter: Haben Sie selber auch schon etwas mit nach Hause genommen?
Kugi: Ja. Vor vielen Jahren einmal einen Staubsauger, ein paar hübsche Bilderrahmen – und damals von den frischen Blumen.

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