Nun dräut sie wieder, die Fasnachtszeit. Während die einen seit der letzten Fasnacht die nächste kaum erwarten können, grauts den andern vor den närrischen Tagen. Doch nebst banaler Hauruckfröhlichkeit und ohrenbetäubender Katzenmusik hat das helvetische Brauchtum zum Winterende auch allerlei Besinnliches und Urtümliches zu bieten.

Das Fasnachtsbrauchtum ist uralt, und nach wie vor streiten sich die Gelehrten über seine Herkunft. Mit ihrer Lizenz zur Anarchie haben viele Silvester- und Fasnachtsbräuche nicht zuletzt Ventilfunktion. Sie sind gewissermassen legale Exzesse. Masken und Kostüme schützen die Fasnächtler vor der Identifizierung und damit davor, für ihre Schelmentaten zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Aus Angst vor diesem subversiven Charakter verboten die Reformatoren im 16. Jahrhundert die Fasnacht als «papistisches Treiben»; die kümmerliche Fasnacht des reformierten Zürich ist eine Folge davon. Glücklicherweise ist es den Reformatoren nicht überall gelungen, dem fröhlichen Treiben Einhalt zu gebieten. Der Beobachter hat sich kundig gemacht und einen bunten Strauss an Fasnachtsveranstaltungen aller Couleur zusammengestellt.