Seit 30 Jahren verkauft Heini Oechslin in seinem traditionsreichen Fussball-Corner in Zürich die offiziellen Leibchen des FCZ. Ende April informierte ihn der Verein, dass sein Laden eventuell nicht weiter beliefert werde, weil der FCZ das Merchandising nun selbst in die Hand nehmen wolle - via Online-Shop und Sekretariat. Der Ex-Hauptsponsor Jelmoli erhielt bereits keine Fanartikel mehr. «Dieses Konzept ist nicht kundenfreundlich», sagt Marcel von Arx, Bereichsleiter Sport von Jelmoli.

Heiko Brunner, Sprecher von Nike, dem offiziellen Ausrüster des FC Zürich, sieht das genauso. «Es ist in unserem Interesse, dass FCZ-Artikel den Fans zugänglich gemacht werden.» Jelmoli wie auch der Fussball-Corner werden nun wieder beliefert. «Allerdings nur mit einem Teil des Sortiments», sagt Oechslin. Er überlege sich daher, ob er weiter FCZ-Artikel führen werde: «Und wenn, dann nur den Fans zuliebe.»

Diese bekommen die neue Politik des Schweizer Meisters ebenfalls zu spüren: Der FCZ hat verschiedene Wort- und Bildmarken schützen lassen, unter anderem das Vereinslogo und die Wortkombination «FC Zürich». «Wer diese Marken widerrechtlich verwendet, macht sich strafbar», sagt Roland Loss, Leiter Merchandising beim FCZ. Mit anderen Worten: Fanklubs, die etwa zur Finanzierung ihrer Choreographien wie bis anhin eigene T-Shirts verkaufen, müssen mit einer Klage rechnen. Umgekehrt hat der Verein keine Hemmungen, fremde Ideen zu Geld zu machen. So findet sich unter den geschützten Marken die Zeile aus einem Fanlied: «Eine Stadt - ein Verein».

Quelle: EQ images