Ein verschmutzter Swimmingpool, Lärm in der Nacht oder ein verbauter Blick aufs Meer sind kein Privileg von billigreisenden Rappenspaltern: Das kann im Urlaub jeden treffen, auch Prominente. «Tagesschau»-Moderatorin Katja Stauber etwa hatte in der Türkei ein Fünf-Sterne-Hotel gebucht. Das laut Prospekt «grosszügige» Zimmer war ganze neun Quadratmeter gross. «Wir waren drei Personen und hatten zwei Betten zur Verfügung. Die Koffer hatten keinen Platz im Zimmer.»

Stauber reklamierte – nur scheinbar mit Erfolg. Sie bekam vom Personal eine Pritsche dazugestellt. Dort habe «keck» eine Stahlfeder rausgeschaut. Kein Auge war zuzukriegen, die Nase leider auch nicht. «Statt Meersicht genoss ich den Blick auf eine stinkende Müllhalde direkt unter dem Zimmerfenster.»

Dagegen war das schlimmste Hotelerlebnis von Francine Jordi ein Klacks. Im Hotel in Österreich war an der Réception kein Mensch anzutreffen. «Dafür ein Zettel, auf dem ‹Frau Jordi› stand», erinnert sich die Schlagersängerin. Daneben der Zimmerschlüssel. Im Zimmer wartete nicht etwa ein Willkommensgruss, sondern ein Insektenspray auf dem Nachttisch. Immerhin: Unwillkommene Besucher aller Art liessen sich damit fern halten.

Besuch empfing auch Mike Horn, gewöhnlich als Weltumrunder im Alleingang unterwegs und entsprechend hart im Nehmen. «Mein Hotel ist mein Zelt», sagt Horn, «und es hat nicht fünf, sondern tausend Sterne.» Der Berufsabenteurer lag also wieder einmal in seinem Zelt. Draussen war es frostig, und Horn griff zu einem seiner Überlebenstricks: «Ich hatte es mir im Schlafsack bequem gemacht. Meine Füsse waren kalt. So wärmte ich sie an der Pipiflasche, die ich gerade erst gefüllt hatte. Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Ich sprang auf und dachte: ein Polarbär!» Der vermeintliche Bär entpuppte sich zwar als harmloser Seehund, der seine Nase ins Zelt steckte und schnaubende Laute von sich gab. Aber die Pipiflasche hatte sich in der Aufregung geöffnet – und der Inhalt ergoss sich langsam in den Schlafsack.

Bei Nella Martinetti schnaubte es nicht, als sie in einem Münchner Nobelhotel abgestiegen war, sondern es stöhnte. «Wir studierten gerade eine Komposition ein, als das Liebesspiel im Nebenzimmer begann. Mein Musiker und ich hörten eine Weile zu, dann hatten wir eine Idee.» Nella drückte sich mit dem Musiker in den Wandschrank, der als Resonanzkörper herhalten musste. Gemeinsam gaben sie ein «übertriebenes Stöhnen in D-Dur» von sich. Mit derlei Störgeräuschen wollten sie die Nachbarn zur Räson bringen. Doch trotz orchestriertem Kontrapunkt dauerte es bis zur Erreichung des Höhepunkts im Nebenzimmer, bis sich Nella Martinetti wieder der eigenen Musik widmen konnte.

Wegen ähnlich gelagerter Laute konnte auch der Komiker und frühere Schlagzeuger Beat Schlatter nicht schlafen, damals in Paris, am Place de la République. «Das Hotel war extrem günstig, sah bei Tag auch ganz gemütlich aus. Die Zimmer hatten geblümte Tapeten. Ich war mit meiner Band unterwegs. Erst nachts merkten wir, dass es ein getarntes Bordell war.»
«Rundschau»-Moderator Reto Brennwald hatte auch ein Puff, aber nur mit der Réception im Hotel im bolivianischen La Paz. «Ein anstrengender Drehtag lag hinter mir. Ich war innerhalb eines Tages mit dem Auto von 4700 auf 1500 Meter hinuntergefahren und wieder zurück, auf der gefährlichsten Strasse der Welt. Ich liege erschöpft und höhenkrank im heissen Bad. Das Telefon klingelt. Ich ignoriere es. Es schrillt wieder, bald pausenlos. Ist das Psychokrieg? Nach einer Stunde strecke ich die Waffen – ich hebe entnervt den Hörer ab. Am anderen Ende ist die Réception des Fünf-Sterne-Hotels. Sie will wissen, wie sich mein Wohnort genau schreibt.»

Da heisst es: Cool bleiben, Amigo! – Das tut «Music-Star»-Juror Chris von Rohr eigentlich immer. «Es war in einem Null-Sterne-Hotel in Louisiana», erinnert sich von Rohr. Er war mit Krokus auf Tournee. «Kaum hatte ich eine Kerze angezündet, war mein Bett von grossen schwarzen Kakerlaken umzingelt. Sie nahmen direkten Kurs auf meine Liegewiese. Mein blondes Baby meinte erschreckt: ‹Oh Chris, übernachtet ihr immer so in Schweden?›» Aber nein, auch in Helvetien gehören Kakerlaken nicht unter die Matratze, gab von Rohr der Blondine zurück, griff subito «zum Phon» und pfiff den Tourmanager herbei. «Er brachte mir die berüchtigte Spraydose. Die Nacht war äusserst romantisch.»

Mehr Zuneigung für das Tier brachte Monika Schärer auf, die in «einfachluxuriös» fürs Schweizer Fernsehen die Welt – und immer wieder neue Hotels – entdeckt. So auch das «Kandalama» in Sri Lanka, mitten im Wald an einem See gelegen. «Was mir dort passierte, würde den grössten Nudisten aus den Gummilatschen hauen. Ich genoss am ersten Morgen den herrlichen Ausblick und das atemberaubend schöne Bad. Dann stellte ich mich unter die Dusche, die gleich am Fenster montiert war. Und ich traute meinen Augen nicht. Da sass doch tatsächlich ein rotgesichtiger Makake, kaute an einer tropischen Frucht und beäugte mich genüsslich. Für ihn war ich wohl ein weisser, unbehaarter Fast-Artgenosse, der mit Wasser spielt. Ehrlich gestanden, fühlte ich mich in diesem Moment nackter als in einer Sauna.»