Seit Anfang 2000 gilt: In Restaurants muss die Herkunft des Fleisches angegeben sein. Und wenn in den Importländern Hormone oder Antibiotika zugelassen sind, muss dies separat erwähnt sein. Denn solche Zusätze sind bei uns verboten.

Der Beobachter suchte in zehn Zürcher Beizen nach der Fleischdeklaration. Nur in drei Betrieben war sie korrekt. Einmal fehlte sie ganz, und sechs Wirte servierten deklarationspflichtiges Fleisch aus Argentinien oder den USA ohne Hormon- oder Antibiotika-Hinweis. Christina Weber vom Zürcher Lebensmittelinspektorat kennt den Missstand: «Wir haben zu wenig Kapazitäten, um Druck zu machen.»

Doch nicht nur die Zürcher Wirte tun sich schwer mit der Deklarationspflicht. Im Kanton Bern wurden deswegen im letzten Jahr rund die Hälfte der kontrollierten Betriebe beanstandet, in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt gar zwei Drittel.

Auch der Verband Gastrosuisse weist seine Mitglieder immer wieder auf die Vorschriften hin. Genützt hats bis jetzt wenig. Lebensmittelinspektorin Weber gibt den Ball an die Restaurantbesucher weiter: Sie sollen sich erkundigen, woher das Rindsfilet auf ihrem Teller stammt, denn «die Wirte reagieren erst auf den Druck der Gäste».