Digitale Kameras sind eine tolle Sache. Fotos und Videos sind schnell geschossen und kosten nichts, weil man sie zu Hause auf dem Computer speichern und zeigen kann. Und weil es Festplatten gibt, die Zehntausende von Bildern speichern können, muss man sich wohl keine weiteren Gedanken machen. Ist dem so?

Ein Absturz der Festplatte zeigt die Kurzsichtigkeit dieser Idee. Ein Kurzschluss, ein Schlag, ein Fall, ein Brand – und Ihre Daten sind für immer verloren. Erst dann reift die Erkenntnis, dass ein Archiv nicht auf die Festplatte gehört.

Alte Fotos im Museum anschauen?


Zum Speichern digitaler Bilder und Filme sollte man lieber früher als später ein externes Medium nutzen, etwa die CD mit bis zu 800 Megabyte sowie deren Nachfolgerin, die DVD mit 4,7 Gigabyte Speicher: Beide versprechen eine hohe Lebensdauer. Bei der CD-/DVD-RW rechnet man mit 35 bis 70 Jahren, bei der CD-/DVD-R mit bis zu 100 Jahren.

Diese Angaben der Hersteller sind in-des mit Vorsicht zu geniessen, denn sie gelten nur bei einer optimalen Lagerung der Speichermedien. Staub, Fett, Feuchtigkeit, Licht sowie Hitze können die empfindliche Beschichtung einer CD zerstören, die die Daten speichert (siehe Artikel zum Thema «Digitale Archivierung: Richtige Pflege der Datenträger und die Kosten eines Archivs»). Eine DVD, weit dichter beschrieben als eine CD, gilt als noch heikler.

Doch auch bei optimaler Lagerung gibt es keine Garantie, dass man seinen Enkeln einmal zeigen kann, wie es früher war. Zwar hat man sein CD- oder sein DVD-Archiv auf dem Schoss wie früher die Grossmutter ihre Fotoschachtel – aber möglicherweise kein Gerät mehr, um die Bilder zu zeigen. Im Unterschied zum klassischen Foto, das sich den Betrachtern unmittelbar erschliesst, benötigt man für das Betrachten digitaler Bilder ja ein Lesegerät sowie Programme, um die Daten in eine Bildschirmanzeige zu verwandeln.

Die Weltraumbehörde Nasa kann bereits heute nicht mehr auf Konstruktionsdaten alter Raketen zurückgreifen, weil es keine Hard- oder Software mehr gibt, die jene Daten lesen könnte. Forscher prophezeien, dass Historiker und Archäologen von einer digitalen Epoche ohne Gedächtnis sprechen werden. Damit man seine Familienfotos dereinst nicht im Museum präsentieren muss, weil man alleine dort noch einen Windows-PC findet, sollte man seine Archiv-CD/-DVD bei einem Wechsel des Computer- oder Speichersystems nicht vergessen und ins neue Format konvertieren.

Brennen, Pflegen, Aktualisieren. Für diese drei Pfeiler des digitalen Archivs gibts Helfer: Bild- oder Medienarchiv-Programme sowie CD-/DVD-Brennsoftware. Meist werden der Digitalkamera und dem CD-/DVD-Brenner entsprechende Tools beigelegt, die für den Hausgebrauch genügen. Wer zusätzliche Funktionen benötigt, etwa ein Bildarchiv, das auch den Inhalt von Archiv-CDs oder -DVDs im Gedächtnis behält, dem sei ein Blick auf www.thumbsplus.de empfohlen. – So oder so macht ein digitales Bildarchiv, das auch noch in 50 Jahren Erinnerungen wecken soll, mehr Arbeit als Grosis Fotoschachtel. Vielleicht sollte man diese – zumindest für die wichtigsten Bilder – in die digitale Zukunft retten.

Quelle: Agentur Gettyimages