Ein «Top-Geschäft» versprach die Firma Grinnova aus Bettlach SO per Inserat. Für ein «Boom-Consumerprodukt» – es handelt sich um DVDs – seien «Gebietsvertretungen» zu vergeben. Versprochener Jahresgewinn: bis zu 200'000 Franken. Nötiges Startkapital: 9'000 Franken.

Auf ein ähnliches Inserat derselben Firma hatte sich vor zwei Jahren Ruth Berger aus Wynigen BE gemeldet. Sie kaufte für 7'000 Franken Energy-Drinks und glaubte den Versprechungen von Grinnova-Besitzer Daniel Grünenfelder, dass im zugeteilten Verkaufsgebiet niemand anders dasselbe Produkt anbieten dürfe. Doch bald musste Berger feststellen, dass die Drinks auch von andern Anbietern vertrieben wurden. Sie konnte die Ware nur mit Mühe abstossen und verlor mehrere tausend Franken.

Ähnlich erging es Gerhard Inglin aus Urdorf ZH, der bei Grinnova für 11'000 Franken Sonnenbrillen bezogen hatte. Auch ihm wurde exklusive Gebietsvertretung versprochen. Auch da war das Versprechen wertlos: Die Brillen waren grösstenteils minderwertige Ware – von Exklusivität keine Spur.

Das empört Hans Georg Hinderling vom Schweizerischen Verband der Direktverkaufsfirmen: «Wenn ein Vertreter mehr als 1'000 Franken Erstinvestition aufbringen muss, um ein Produkt zu vertreiben, ist das gegen unseren Ehrenkodex. So zieht man den Leuten nur das Geld aus der Tasche.» Grinnova-Besitzer Grünenfelder will gegenüber dem Beobachter nicht Stellung nehmen.

Quelle: Archiv