Nimm dir Zeit für die siegbringende Tasse Kaffee», titelte das Wissenschaftsmagazin «New Scientist» vor einigen Jahren. Mit gutem Grund: Die anregende Wirkung von Kaffee zeigte auch bei Sportlern verblüffende Ergebnisse. Wissenschaftler am Christ Church University College im britischen Canterbury gaben 18 Athleten vor einem 1500-Meter-Lauf 3,5 Deziliter starken Kaffee, also etwa 200 Milligramm Koffein.

Sportler atmen rascher und tiefer


Die so gestärkten Läufer verringerten ihre Zeit gegenüber «koffeinfreien» Mittelstrecklern um durchschnittlich 4,2 Sekunden. Die Laufgeschwindigkeit in der letzten Minute nahm um 0,6 Kilometer pro Stunde zu. Die Koffeintrinker unter den Athleten atmeten rascher und tiefer, womit sie den Muskeln mehr Sauerstoff zuführten.

Koffein als Dopingmittel? Tatsächlich stand die Substanz jahrelang auf der Verbotsliste der Internationalen Anti-Doping-Agentur WADA. Doch wer dopt noch mit Kaffee, wenn es weit effektvollere Methoden gibt? Koffein wurde deshalb Anfang Jahr von der WADA-Liste gestrichen.

Umso beliebter sind koffeinhaltige Getränke wie Red Bull, Cola & Co. bei Jugendlichen – zu beliebt, wie Forscher der amerikanischen Ohio State University meinen. Sie fordern einen Verkaufsstopp für solche Getränke an Schulkinder. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass schon 60 Milligramm Koffein pro Tag – oder zwei Deziliter eines Energy-Drinks – reichen, damit die Kinder weniger tief schlafen und häufiger wach liegen. Als Folge leidet tagsüber die Konzentrationsfähigkeit.

Wer ohnehin der Meinung ist, Koffein sei des Teufels, übersieht neben den Risiken die durchaus positiven Nebenwirkungen: Starke Kaffeetrinker erkranken seltener an Altersdiabetes als Kaffeemuffel, ergab eine niederländische Studie. Und Experimente an der Universität Padua in Italien lassen vermuten, dass Kaffee gar vor Karies schützt.

Schlechte Nachrichten überbringen Forscher der amerikanischen Universität von Alabama allerdings jenen, die koffeinfreien Kaffee bevorzugen: Bei Frauen, die täglich mehr als drei Tassen davon tranken, erhöhte sich das Risiko, an einer chronischen Arthritis zu erkranken, um das Doppelte.

Ganz anders bei den Frauen, die herkömmlichen Kaffee bekamen: Ihr Arthritisrisiko blieb unverändert.

Quelle: Archiv