Die Rechnungen für sein Handyabonnement beglich Pascal Sury (Name geändert) aus Zürich seit Jahren via Lastschriftverfahren (LSV). Zusätzlich hatte er seit rund einem Jahr ein zweites Handyabo. Eine dieser Rechnungen über 36 Franken blieb liegen, weil Sury fälschlicherweise dachte, auch sie werde via LSV bezahlt. Nach zwei Mahnungen sperrte Sunrise nicht nur den unbezahlten, sondern auch den immer pünktlich bezahlten Anschluss und löste beide Verträge auf. Sunrise macht nun wegen «vorzeitiger Kündigung» Strafgebühren von 1’000 Franken sowie weitere Abokosten geltend und schickte eine Schlussrechnung über fast 1’900 Franken.

«Ich fiel beinahe vom Stuhl», so Sury. Schliesslich hatte er sich nach seinem Patzer bereit erklärt, künftig auch die Rechnungen für das zweite Handy via LSV zu bezahlen. Gleichwohl beharrt Sunrise auf dem formaljuristisch korrekten, aber kundenunfreundlichen Standpunkt: «Aufgrund unserer Geschäftsbedingungen ist eine Kündigung sämtlicher Anschlüsse gerechtfertigt, wenn der Kunde seinen Pflichten nicht nachkommt», sagt Mediensprecherin Sevgi Gezici. Nicht einmal die von der Telekombranche finanzierte Schlichtungsstelle Ombudscom findet dies gerechtfertigt: In analogen Fällen empfiehlt sie den Anbietern, nur den unbezahlten Anschluss zu kündigen.

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