Gummitwist, Fussball oder Fangen spielen sind out. SMSlen heisst der neue Sport auf dem Pausenplatz. Das Handy gehört heutzutage bereits für Primarschülerinnen und -schüler zum Alltag. Die Kids brauchen es nicht allein zum Kommunizieren sie gestalten damit ihre ganze Freizeit. Wer nach der Schule nicht erreichbar ist, glaubt, den Anschluss an die Clique zu verlieren. Kein Wunder, wünschen sich schon Achtjährige ihr eigenes Mobiltelefon. Viele Eltern irritiert das. Einerseits ist es für sie beruhigend, wenn das Kind mit einem Handy ständig erreichbar ist und sich in einer Notsituation melden kann. Doch das Plaudern und das SMSlen kann ganz schön ins Geld gehen. Das normale Taschengeld reicht da kaum aus.

Ab welchem Alter ist ein Handy sinnvoll? Der deutsche Schulpsychologe Christoph Hanckel rät Eltern, genau nachzufragen, wieso das Kind ein Handy will. Nur weil die anderen eins haben, genüge nicht als Grund. Sinnvoll ist ein Mobiltelefon erst dann, wenn der Teenager viel unterwegs ist. «Es ist keine Frage des Alters, sondern der sozialen Reife», so Hanckel. Das Kind müsse in der Lage sein, sein Handy entsprechend vereinbarten Regeln zu benutzen. Und diese Grenzen sollten die Eltern gemeinsam mit ihren Sprösslingen ausmachen. Denn wie bei der Computer- oder der Fernsehernutzung darf das Kind auch im Umgang mit dem Handy nicht sich selbst überlassen sein. Es sollte genau definiert werden, wann, wo und wie lange der Nachwuchs telefonieren darf. Und vor allem auch, wann und wo das Handy ausgeschaltet bleibt.

Auch bezüglich der Kosten müssen klare Abmachungen getroffen werden. Die Grenzen ergeben sich aus den eigenen finanziellen Möglichkeiten und aus erzieherischen Überlegungen. Eltern können zum Beispiel einen monatlichen Fixbetrag an die Handykosten bezahlen, der aber Bestandteil des Taschengelds ist. So merkt das Kind, dass Telefonieren etwas kostet.

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«Kinder lernen schnell, vernünftig mit Handygebühren umzugehen», weiss Orange-Pressesprecherin Therese Wenger. Trotzdem: Kontrolle ist besser. Mit einer Prepaid-Karte haben Kinder und Eltern die Kosten im Griff (siehe «Kosten», rechts). Die monatliche Abogebühr entfällt, dafür sind aber die Gesprächsgebühren hoch. Günstiger mobil telefonieren lässt sich nur mit einem Abo. Orange und Swisscom bieten je eine Version mit Kostenkontrolle an. Allerdings läuft das Abonnement immer über den Namen der Eltern. Jugendliche unter 18 Jahren können keine Handyabos lösen.

Unklare Strahlenauswirkung

Zu bedenken ist auch, dass nach wie vor unklar ist, welche Auswirkungen Handystrahlen auf die Gesundheit haben. «Wir raten bei Kindern zur Vorsicht», sagt dazu Mirjana Moser, Strahlenexpertin beim Bundesamt für Gesundheit. Falls sich herausstellen sollte, dass die Strahlen die Gesundheit beeinträchtigen, würden diese negativen Auswirkungen bei Kindern im Wachstum verstärkt auftreten. Kinder sollten deshalb grundsätzlich die Geräte nicht zu lange nahe am Kopf halten. Weil ihre Schädelknochen dünner sind als bei Erwachsenen, dringt die Strahlung tiefer ins Gehirn. Moser verweist auf England, wo die Experten Jugendlichen unter 16 Jahren von Handys ganz abraten.

Mit folgenden Vorsichtsmassnahmen wird die Strahlenbelastung reduziert:

Wenn immer möglich das Festnetz anstelle des Handys benutzen.


Keine Dauergespräche führen.


SMS sind besser als Gespräche, da das Handy weiter vom Kopf entfernt ist.


Auch eine Freisprecheinrichtung vergrössert den Abstand zwischen Telefonantenne und Kopf. Entsprechend weniger Strahlungsleistung dringt in den Kopf ein.

Handy ausschalten, wenn es nicht benötigt wird.


Eingeschaltete Handys nicht direkt am Körper tragen.


Bei schlechten Empfangsverhältnissen steigt die Sendeleistung. Dadurch erhöht sich die Strahlung des Telefons. Deshalb: sich kurz fassen.


Keine Telefonate im Auto führen, da im geschlossenen Fahrzeug die Strahlenbelastung höher ist.