Darauf ist DJ Bobo stolz, Radprofi Markus Zberg ist voll dabei, und auch Miss Schweiz, Mahara McKay, hat eine: eine eigene Website. Doch nicht nur Prominente und Politiker sind dauerpräsent im Internet. Auch «ganz normale» Schweizerinnen und Schweizer haben eine eigene Homepage im World Wide Web. Michèle und Stephan zum Beispiel zeigen auf www.bournemouth.ch Bilder ihrer Hochzeit und des neuen Heims. Der 26-jährige Stefan (www.stefangruenig.ch) setzt seiner verstorbenen Freundin ein Denkmal. Und Hanspeter Aellig (www.aellig-michel.ch) stellt Fotos von Panzern und Modellhubschraubern ins Netz.

Es ist erstaunlich, wie offen viele Menschen via private Website weltweit Persönliches in Bild und Text verbreiten. «Dank dem Internet kann heute jedermann seinen Drang zur Selbstdarstellung und seine exhibitionistischen Seiten ausleben», sagt die Zürcher Soziologin Evelina Bühler. «Wie bei den TV-Reality-Shows hoffen viele, selber zum Star zu werden.»

Eine leere Hoffnung. Immerhin: Einzelne Websites bieten einiges Schauvergnügen. Das Familienalbum auf www.gaudi.ch zum Beispiel ist originell und witzig aufgebaut. Ein multimediales Vergnügen bereitet auch der Besuch auf der Website des 12-jährigen Sebastian (www.mypage. bluewin.ch/sebastianstadler), und auch bei www.drachenstein.ch darf geschmunzelt werden. Darüber hinaus findet, wer sucht, auch auf privaten Websites jede Spielart von Missionseifer, Gewalt und Sex.

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Fazit einer Surfreise durch eine Unmenge privater Websites: Man kann es auch bleiben lassen. Spätestens ab der vierten Homepage wird es langweilig, und die wenigen Highlights wiegen den Ärger über die Banalitäten nicht auf.

Auch viele Betreiber von Websites haben ein Problem, sagt Soziologin Evelina Bühler: «Was nützt es, eine Homepage zu haben, wenn keiner sie besucht?» Der Trend gehe wohl dahin, dass nur jene online Erfolg haben werden, «die auch im wirklichen Leben eine Persönlichkeit von öffentlichem Interesse sind».

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