Seit dem 1. Februar erhebt der Bund auf Alcopops eine Sondersteuer von Fr. 1.80. Das soll die Getränke so verteuern, dass den Jugendlichen die Kauflust vergeht. Doch viele Detailhändler denken vorderhand nicht daran, die Sondersteuer auf die Konsumenten abzuwälzen. Beispiel Coop: Die Alcopops kosten in den Filialen des Grossverteilers weiterhin genau gleich viel.

Den Vorwurf, den bezweckten Jugendschutz zu unterlaufen, kontert Coop-Sprecher Jörg Birnstiel mit dem Hinweis auf die strikten Alterskontrollen. «Unser Kontrollsystem an den Kassen ist so gut, dass Jugendliche unter 18 Jahren gar keine solchen Getränke kaufen können.»

Der Beobachter machte die Probe aufs Exempel. Als Testkäuferin besuchte die 17-jährige Andrea sieben Coop-Filialen in der Region Zürich, um sich mit Alcopops einzudecken. Ergebnis: In sechs Läden bekam sie die verlangten Getränke ohne Probleme. «Die Kassiererinnen fragten weder nach meinem Alter, noch verlangten sie einen Ausweis.» Einzig im Coop St. Annahof in der City verweigerte die Frau an der Kasse die Herausgabe der Getränke.

«Der Test des Beobachters zeigt uns, dass wir noch Verbesserungspotenzial haben, obwohl wir bezüglich Alkoholabgabe an Jugendliche sehr viel unternehmen», räumt Birnstiel ein. 17-Jährige sind für den Coop-Sprecher allerdings ein «klassischer Grenzfall»: «Ich kann mir vorstellen, dass dem Personal in solchen Situationen die Frage nach dem Alter oft peinlich ist», wirbt er um Verständnis für das Versagen des Kontrollsystems.

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