Schon beim zweiten Einsatz stieg Werner Merz’ neue Kamera aus, «und dies erst noch zu Beginn der Ferien». Ein Riesenfrust: Der Bieler Hobbyfotograf hatte den 599 Franken teuren Apparat der Marke Kyocera ein halbes Jahr zuvor bei Carrefour gekauft.

Merz brachte die Kamera zur Reparatur. Nach einem Monat war sie noch nicht bereit. Weitere 30 Tage später erkundigte er sich erneut bei Carrefour. Diesmal wurde er gefragt, ob er «den Brief» nicht erhalten habe. Merz verneinte. Tags darauf traf das Schreiben ein – mit Poststempel des Vortags.

Der Bescheid: «Die Kamera kann nicht repariert werden. Die Reparaturfirma hat im Innern Rost und Oxidationsspuren festgestellt. Solche Schäden fallen nicht unter Garantie.» Carrefour offerierte eine Ersatzkamera, für die Merz 570 Franken hätte hinblättern müssen – oder die kostenlose Entsorgung des defekten Apparats. Ein inakzeptables Angebot.

«Der Bescheid ärgerte mich masslos», sagt Merz – umso mehr, als der Hinweis auf Feuchtigkeitsschäden wenig überzeugte: Er hatte die Kamera in einem trockenen Schrank aufbewahrt.

Merz wandte sich also erneut an Carrefour und verlangte die Geschäftsleitung – vergeblich. Klärung brachte ein Anruf beim Beobachter-Beratungszentrum: Da er den Schaden nicht selbst verschuldet habe, habe er Anspruch auf gleichwertigen Ersatz.

Plötzlich gabs Bewegung: Carrefour reagierte prompt auf Merz’ eingeschriebenen Brief – der Kunde konnte sich eine neue Kamera im gleichen Preissegment aussuchen.

Anzeige