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AutokaufDas Ende der Schnäppchenzeit

In der Schweiz sind die Autos noch 3 bis 10 Prozent teurer als in Deutschland.

Wer sein Auto selber aus Deutschland importiert, kann immer noch Geld sparen. Aber nicht mehr so viel wie auch schon.

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Wer sich einen Peugeot 208 Allure 1.2 Pure Tech von einer grenznahen deutschen Garage statt von einem Schweizer Händler offerieren lässt, kann rund 1300 Franken oder gut 6 Prozent sparen. Immerhin 2400 Franken oder 9 Prozent liegen bei einem Golf Comfortline 1.4 TSI drin. «Wir erledigen für Schweizer Kunden alle Einfuhrformalitäten. Zum offerierten Preis steht das Fahrzeug verzollt und eingelöst mit Schweizer Kennzeichen bei uns», sagt Artur Eckert, Verkaufsberater beim Volkswagen-Partner Stoll Böttner im deutschen Waldshut.

Schweizer Handel «hat reagiert»

Importeure relativieren die Schweizer Listenpreise. «Es liegt im Ermessen des Autohändlers, weitere Rabatte zu gewähren», sagt Audi-Sprecherin Katja Cramer. Auch Livio Piatti von VW verweist auf den handelsüblichen Preisnachlass. «Dieser nach Rabattverhandlungen definierte Verkaufspreis ist Sache des Händlers und in unserer Preisempfehlung noch nicht berücksichtigt.» Hinzu komme, dass bei Schweizer Autos eine Mobilitätsgarantie und Kulanzleistungen gälten. «Wer ein Auto beim offiziellen Partner kauft, erwirbt nicht nur dieses, sondern die Beziehung zum Partner für ein Fahrzeugleben.»

Im Vergleich zu früheren Jahren sind die Preisvorteile der grenznahen deutschen Autobetriebe geschrumpft, die Schweizer Autohändler geben Währungsvorteile stärker weiter. Das zeigt ein Blick auf einen Preisvergleich, den der Beobachter 2010 durchführte. Ein Peugeot 207 1.4 75 PS war damals ennet der Grenze 15 Prozent günstiger zu ­haben, ebenso ein Golf Trendline 1.2 TSI. «Der Markt gibt uns recht. Wir haben reagiert, der Kunde kommt heute sehr günstig zu neuer Mobilität», sagt Andreas Burgener, Direktor von Auto Schweiz, der Vereinigung der Automobil-Importeure. Preisunterschiede von 5 bis 8 Prozent erklärten sich durch höhere Löhne, Mieten und Werbekosten.

Wegen der CO2-Steuer weniger Importe

Tatsächlich kaufen immer weniger Schweizer ihr Auto im Ausland. Joel Thiebaud vom Verband Freier Autohandel sieht den Grund in der CO2-Steuer: «Seit ihrer Einführung 2012 geht der Anteil ­direktimportierter Autos sukzessive zurück.» Die Abgabe verteuert jene Autos, die, gemessen an ihrem Gewicht, viel CO2 ausstossen. Thiebaud kritisiert die gesetzliche Entwicklung gegen den Direktimport. «Verlierer sind Autokäufer, die mit kleinem Aufwand die Preisvorteile des Auslands nutzen wollen.»

Veröffentlicht am 30. März 2015