Zu Weihnachten bekam ­Monika Utz* aus dem Thurgau von ihrem Mann einen Ring. Sie freute sich zwar über das liebe Geschenk, aber das Schmuckstück an sich gefiel ihr überhaupt nicht. Sie fragte beim Bijouteriegeschäft nach, ob sie es zurückgeben könne und den Kaufpreis erstattet bekomme. Das Geschäft lehnte die Rückzahlung ab, bot ihr aber an, sich einen anderen Ring auszusuchen.

Monika Utz war damit nicht zufrieden und fragte beim Beratungszentrum des ­Beobachters nach: «Darf das Geschäft die Rückzahlung verweigern?» Ja, das darf es. Entgegen einem weitverbreiteten Irrtum gibt es bei Kaufverträgen grundsätzlich kein Rücktrittsrecht. Etwas anderes gilt nur, wenn ­vertraglich ein ausdrück­liches Rückgabe- oder ­Umtauschrecht festgelegt wird, zum Beispiel in den ­allgemeinen Geschäfts­bedingungen.

Ansonsten ist es also nichts als kulant vom Verkäufer, wenn er einen Umtausch ­anbietet – so auch im Fall von Monika Utz. Dank dieser Erkenntnis kam es zu einem Happy End: Frau Utz gab bei der Bijouterie die Anfertigung eines viel teureren, massgefertigten Rings in Auftrag. Was ihr Mann dazu meinte, ­entzieht sich der Kenntnis des Beobachters.

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*Name geändert