«Ich glaubte, ich sei im falschen Film», sagt Thomas Schäfer aus Birmensdorf ZH. Er gibt Ende 2013 sein geleastes Auto bei der Amag-Garage in Schlieren zurück. Zwei Wochen später werden ihm 750 Franken «wegen übermäs­siger Abnützung» in Rechnung gestellt. Begründung: Die Sommerreifen seien auf drei Millimeter Profil abgefahren.

Normal abgenutzte Reifen

Der 41-jährige Bankangestellte wendet sich an den Beobachter. Dort bestätigt man ihm, er müsse nichts mehr zahlen, weil die Pneus das gesetzliche Mindestprofil von 1,6 Millimeter aufwiesen. Also weigert sich Thomas Schäfer zu zahlen. Die Amag reicht bei der zustän­digen Friedensrichterin Klage ein. Diese prüft den Fall und meint lapidar: «Bei einem Leasingfahrzeug weiss man doch einfach, dass man am Schluss noch etwas nachzahlen muss.» – «Blödsinn!», sagt der Berater des Beobachters und ermutigt Schäfer, weiter nicht zu zahlen.

Der Fall landet vor dem Bezirksgericht Dietikon, wo Thomas Schäfer endlich recht bekommt: «Reifen mit der gesetz­lichen Mindestprofiltiefe gelten als normal abgenutzt und müssen daher vom Leasingnehmer nicht bezahlt werden», so das Urteil. Schäfer freut sich und schreibt dem Beobachter: «Vielen Dank für die lange Unter­stützung.»