Zeitungen und Magazine sind seit Wochen voll mit Geschenkideen, und auch im Briefkasten stapelen sich Prospekte und Flugblätter mit Tipps rund ums Schenken. Wer sich die Ratschläge zu Herzen genommen hat, kommt bei der weihnächtlichen Bescherung möglicherweise ins Zweifeln: Freut sich der Schwager über den Kugelschreiber mit Silikonsegel im Zinkfuss? Zeigt sich die Freundin über den Badezusatz in Pralinenform gebührend begeistert?

Alles kein Problem, denken sich viele Schlaumeier: Wem das Präsent nicht passt, der kann es ja im Laden gegen etwas anderes umtauschen. Doch halt! Ganz so einfach ist das nicht: Es gilt der Grundsatz «Gekauft ist gekauft» – auch für Weihnachtsgeschenke. Einen Rechtsanspruch auf Rücknahme oder Umtausch der Ware gibt es nicht.

Bei allen Geschenken gilt: Wer eine doppelte Bescherung vermeiden und auf Nummer Sicher gehen will, lässt sich das Entgegenkommen der Verkaufsstelle im Voraus auf der Quittung bestätigen: «Umtausch gegen Vorweisen dieser Quittung innert zehn Tagen». Doch muss sich der Beschenkte mit einem Gutschein abspeisen lassen, wenn er im Geschäft nichts Passendes findet? Oder erhält er das Geld zurück? Rechtlich ist klar: Die Verkäuferin bestimmt, ob sie dem Kunden einen Gutschein oder Bargeld in die Hand drücken will. Diese Frage sollte deshalb schon beim Kauf geregelt werden; auf der Quittung sollte schriftlich festgehalten sein: «Rückgabe gegen Bargeld möglich».

Das verflixte Verfallsdatum

Solch rechtliche Überlegungen passen indes schlecht in die Weihnachtszeit. Und das Nachdenken, wer sich über welches Geschenk freuen wird, ist zeitaufwendig und ermüdend. Deshalb schenken viele Menschen einen Gutschein. Aber auch hier lauern juristische Stolpersteine: Die meisten Gutscheine sind nur für eine begrenzte Zeit gültig. Wer mit dem Einlösen zu lange wartet, geht leer aus, sofern sich das Geschäft nicht kulant zeigt. Und auch Gutscheine können nicht zurückgegeben werden. Wer also seine Grossmutter mit einer Ballonfahrt überraschen will, hat Pech, wenn sich am Heiligabend herausstellt, dass die Dame unter Höhenangst leidet.

Tipps fürs richtige Schenken

  • Lassen Sie sich das Umtauschrecht auf der Quittung schriftlich bestätigen.
  • Verlangen Sie bei Gutscheinen eine möglichst lange Frist zum Einlösen.
  • Läuft Ihr Gutschein demnächst aus, so fragen Sie im Geschäft nach einer Verlängerung; einen Anspruch darauf haben Sie allerdings nicht.
  • Appellieren Sie bei einem abgelaufenen Gutschein an die Kundenfreundlichkeit.
  • Auch «unbeschränkt» gültige Gutscheine, auf denen kein Verfallsdatum angegeben ist, verjähren je nach Inhalt nach fünf oder zehn Jahren.
  • Kaufen Sie Gutscheine nur in etablierten Geschäften – sonst laufen Sie Gefahr, dass der Laden bei der Einlösung nicht mehr existiert.

Schenken - und Gutes tun

Manch einer verzichtet lieber ganz aufs Schenken, weil er die Materialschlacht rund ums «Fest der Liebe» nicht mehr mitmachen will. Dabei gäbe es durchaus sinnvolle Alternativen zur Verlegenheitskrawatte. Zum Beispiel eine Spende im Namen des Beschenkten: Heimatschutz, Kinder oder Wale – viele Hilfswerke, Tier- und Umweltschutzorganisationen bieten Patenschaften an. Auch die Mitgliedschaft bei einer wohltätigen Organisation kann verschenkt werden.