Vor Jahren hatte Jacqueline Heeb* eine Massagematte gekauft, die ihr wohltut. Deshalb hatte sie keinen Argwohn, als sich eine Firma meldete und kontrollieren wollte, ob mit der Matte noch alles in Ordnung sei.

Doch als der Mann in der Wohnung stand, kontrollierte er nicht die Matte, sondern pries eine Unterlage gegen Elektrosmog an. Heeb liess sich über­reden und zahlte dem Mann 1200 Franken bar auf die Hand. Doch schon in der Nacht hatte Heeb «Alpträume», weil sie sich über den Kauf ärgerte. Ausgerüstet mit der rechtlichen Information des Beobachter-Beratungs­zentrums, schrieb sie einen Widerruf. Diesen akzeptierte die Verkaufsfirma umgehend, aber mit der Einschränkung: «Gemäss unseren Vertrags­bedingungen wird bei Rücktritt eine Entschädigung von 30 Prozent des ­Gesamtpreises fällig.»

Das ist gesetzwidrig. Denn das Widerrufsrecht, das Konsumenten in speziellen Situationen vor unüberlegten Vertragsabschlüssen schützt, darf nicht durch eine Stornogebühr oder Ähn­liches eingeschränkt werden. Nur wenn man eine Sache schon benützt hat, schuldet man eine angemessene Abgeltung. Das trifft hier nicht zu – was schliesslich auch die Verkaufsfirma akzeptierte. Sie erstattete Jacqueline Heeb den vollen Kaufpreis zurück.

«Gott sei Dank!», schreibt Heeb dem Beobachter erleichtert. «Jetzt kann ich das Gespenst Decke aus meinem Kopf streichen.»

*Name geändert