Nach einem Unfall verlor Pia ­Egger* ihren Job – und damit ihre Kreditwürdigkeit. Also suchte die Zürcherin die 13'000 Franken für den Aufbau ihres Onlineshops im Internet. Bei Kredit-Box wurde sie fündig. Schnell die Summe und die Laufzeit eingetippt, und das System spuckt die monat­lichen Zahlungs­raten aus. Anderthalb Stunden nach der Eingangsbestätigung überlegte Egger es sich anders und teilte per Mail mit, sie verzichte auf den Kredit.

Bearbeitungsgebühr unzulässig

Kredit-Box kümmerte das nicht, man sandte ihr den «positiven Entscheid über Ihre Anfrage» und teilte mit, für die Übergabe der Vertragsdokumente sei eine Bearbeitungsgebühr von 1100 Franken fällig. Obschon Egger nun ein zweites Mal ihre Anfrage stornierte, wurde sie zwei Monate lang mit Zahlungsforderungen bombardiert. Sie zahlte nicht – und das ist gut so, sagt Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz: «Mit der Bearbeitungsgebühr verstösst die Firma gegen geltendes Recht.»

Angelika Steiner von Kredit-Box begründet die Mahnbriefe mit einem Versehen. Und dass die Hotline-Nummer inzwischen wegen «möglichen Missbrauchs gesperrt» wurde, sei ein «technisches Problem». Damit nicht genug. Wer aktuell auf Kredit-Box eine Anfrage ausfüllt, erhält neu Post von der Firma «1a credit now». Wer die Hotline wählt, wird von derselben Frauenstimme mit österreichischem Akzent begrüsst wie bei Kredit-Box. Die Frau behauptet, noch nie etwas von «1a credit now» gehört zu ­haben – und will mit dem Techniker untersuchen, warum Anfragen an Kredit-Box mysteriöserweise bei der «1a credit now» landen.

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*Name geändert