Mit ihrer Mängelrüge stiess Claudine Conus zuerst auf taube Ohren: Sie hatte einen Freizeitschuh der Marke Puma gekauft und wäre beim ersten Regen fast gestürzt, weil die Sohlen auf feuchtem Boden rutschten. Das meldete sie dem Schuhgeschäft, doch dieses wehrte ab: Der Sommerschuh sei halt nicht für Regenwetter geeignet.

Conus wollte aber gar nicht den Kaufpreis zurück, sie sorgte sich um die Sicherheit. Also rief sie den Beobachter an: «Die Schuhe sind sehr gefährlich. Wo kann ich dieses Sicherheitsproblem melden?» Der Beobachter empfahl ihr, an die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) zu gelangen.

Die BfU handelte rasch und untersuchte die beanstandeten Sohlen im Praxistest. Ihr Befund: «Die Gleitfestigkeit bei Nässe ist tatsächlich extrem schlecht.» Besonders gefährlich sei, dass die Haftung in trockenem Zustand gut sei, sich bei Nässe aber verschlechtere. «Dieses Produkt muss als mangelhaft bezeichnet werden. Es besteht grosse Ausrutsch- und Sturzgefahr», schrieb die BfU direkt an Puma Schweiz.

Bald darauf erhielt Conus ein anderes Paar Schuhe mit der Zusicherung, das BfU-Testergebnis werde an Puma International weitergeleitet. Doch dann war Funkstille – fast vier Monate lang. Erst als der Beobachter nachhakte, antwortete Puma: «Wir haben bei der Produktion tatsächlich Abweichungen feststellen müssen, die zur erhöhten Rutschigkeit geführt haben dürften. Deshalb wurde der Produktionsprozess angepasst.» So wirkt Claudine Conus’ Mängelrüge jetzt positiv für die ganze Puma-Kundschaft.

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