Die Webseite verspricht «100 Prozent sicheres Einkaufen». Für die Kunden des Internet-Elektronikhändlers Artcomp ist indes vor allem eines sicher: dass sie sich ärgern werden. Denn die Firma mit Sitz in Hausen AG hat gravierende Probleme. Ende Juni verhängte der Einzelrichter des Bezirksgerichts Höfe in Wollerau SZ den Konkurs, nachdem 25 verärgerte Kunden die Betreibung eingeleitet hatten. Auf der Artcomp-Homepage ist dazu freilich nichts zu lesen. Da stellt die Firma stattdessen eine «transparente Kommunikation» in Aussicht. Es ist sogar weiterhin möglich, Produkte zu bestellen, und per Mail wird die Eröffnung einer Filiale in Spreitenbach AG angekündigt.

Die Kunden beklagen sich gleich reihenweise, sowohl beim Beobachter als auch in einschlägigen Internetforen. Sie hatten - zum Beispiel von Preissuchmaschinen angelockt - bei Artcomp einen Computer, eine Digitalkamera oder andere Unterhaltungselektronik bestellt und diese im Voraus bezahlt. Danach warteten sie vergeblich auf die Lieferung der zu Günstigpreisen versprochenen Ware. Mehrere Betroffene berichten übereinstimmend, sie hätten per Mail, Fax, mit eingeschriebenem Brief oder telefonisch versucht, die Firma zu kontaktieren - doch Artcomp-Chef Lorenz Stocker reagierte nicht. Einige warten noch immer auf die Ware oder das vorausbezahlte Geld; für andere aber hat sich Hartnäckigkeit gelohnt. Für Felix Mafferetti aus Schafisheim AG beispielsweise: «Meine eingeschriebenen Briefe kamen ungeöffnet zurück. Erst als ich Anzeige erstattete, erhielt ich den ausstehenden Betrag für den Druckerkopf zurück.»

Mit den Bestellungen überfordert
Gegenüber dem Beobachter führt der Firmeninhaber die Probleme darauf zurück, dass sein Lieferant im Dezember 2006 das Lager nach Tschechien verlegte, was Lieferverzögerungen zur Folge gehabt habe. Er will nun seinerseits rechtliche Schritte gegen den Lieferanten einleiten. Zudem sei seine Firma überfordert gewesen mit der Masse von Bestellungen. Nun gelobt er Besserung: «Noch 34 Kunden» würden auf die Lieferung oder die Rückerstattung ihres Geldes warten. Doch es sei nur «eine Frage der Zeit», die Liquidität werde sich demnächst verbessern, weil er gegenwärtig Lagerware über Auktionshäuser versteigere. Mehr als ein Dutzend Kunden hat allerdings genug vom Warten: Sie erstatteten bei der Polizei Anzeige wegen Betrugs. Die Untersuchung läuft.