«Jetzt habe ich genug bezahlt», sagte sich Rudolf Reinhardt. Zwölf Jahre lang hatte er einen Telefonapparat bei der Swisscom gemietet. Das kostete ihn knapp zwei Franken pro Monat – total machte das also über 250 Franken. Repariert werden musste nie etwas. «Das Gerät müsste doch längst amortisiert sein», befand Reinhardt und bat die Swisscom, ihm das Telefon gratis zu überlassen.

Die Swisscom liess sich jedoch nicht darauf ein. Reinhardt könne zwar den Apparat übernehmen, doch koste ihn das 25 Franken. Reinhardt ärgerte sich: «Die Bestimmung, dass jeder Haushalt einen Apparat mieten müsse, stammt aus der Monopolzeit.» Auch habe die Swisscom nie darauf hingewiesen, dass diese Regelung nicht mehr gelte.

«Der Mietzwang wurde bereits einige Jahre vor der Liberalisierung aufgehoben», spielt Swisscom-Sprecher Sepp Huber den Ball zurück. «Das war damals ein grosses Thema.» Seither sei auch die Zahl der Mietapparate drastisch zurückgegangen.

Nicht mehr zu den Mietern gehört mittlerweile auch Rudolf Reinhardt: Er hat den Telefonapparat gekauft. «Das Telefon kostet mich nun gesamthaft rund 275 Franken.» Reinhardt bleibt immerhin ein schwacher Trost: In wenigen Monaten wird sich diese definitiv letzte Investition in den Telefonapparat amortisiert haben.

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