Der Prospekt von Vamos St. Gallen klang verheissungsvoll: Bequeme Schuhe wurden angepriesen. Susy Schneebeli bestellte für ihren Mann ein Paar in Grösse 45 für 119 Franken. Einige Zeit später erhielt Schneebeli per Post eine hellbraune Handtasche zugeschickt. «Eine Tasche, die ich nie bestellt hätte», so die Zürcher Dokumentalistin gegenüber dem Beobachter. Das in der Schweiz abgeschickte Paket trug keinen Absender, aber Schneebeli fand im Inneren eine Adressetikette aus Deutschland und sandte die Ware dorthin. Portokosten: 21 Franken.

Grosse Augen machte dann Susy Schneebeli, als sie einige Wochen später von Vamos noch immer keine Herrenschuhe, aber stattdessen eine Mahnung bekam. Sie nahm sofort Kontakt mit dem Versandhaus auf, doch die Verantwortlichen beharrten darauf, die Schuhe seien geliefert worden. Weitere Mahnungen von Vamos und schliesslich eine Inkassodrohung folgten. Alle Einwände von Susy Schneebeli wischte das Unternehmen vom Tisch.

Der Betrag samt Mahngebühren war inzwischen auf 141 Franken angestiegen. Schneebeli wandte sich verzweifelt an den Beobachter. Mit dessen Hilfe verfasste sie ein Schreiben an die Vamos-Direktion, in dem sie in aller Klarheit auf die Rechtslage hinwies. Diesmal dauerte es nur wenige Tage, bis Susy Schneebeli erleichtert die Antwort des Versandhändlers lesen konnte: «Wir haben Ihr Konto überprüft und bereinigt. Gerne bestätigen wir, dass es ausgeglichen ist.»

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