Bei der Migros ist der Verkauf von Weihnachtsbeleuchtungen permanent zunehmend, seit sie vor einem Vierteljahrhundert ins Sortiment aufgenommen wurden; die Umsätze wachsen zwischen fünf und zehn Prozent - pro Jahr. Jumbo verzeichnet gar «deutlich zweistellige» jährliche Zuwachsraten.

Vor allem der Boom der Leuchtfiguren (diese Saison neu: Pinguine) ist ungebrochen. Die Fernsehbilder aus Amerika und der nachbarschaftliche Wettbewerb hinterlassen deutliche Spuren im Einkaufsverhalten der Schweizer.

Viele unterschätzen allerdings den Strombedarf: Eine simple Lichterkette verbraucht in der Adventszeit nach Berechnungen der deutschen Stiftung Warentest rund 30 Kilowattstunden. Das kostet zwar nur etwa sechs Franken. Deutlich mehr Energie benötigen aber die beliebten Lichtschlangen: Ein Zehn-Meter-Schlauch frisst etwa 130 Kilowattstunden - so viel wie eine sparsame Waschmaschine während eines ganzen Jahres. Die Stromrechnung dafür beläuft sich auf 24 Franken. Oder hochgerechnet: Lässt jeder Schweizer Haushalt im Dezember je eine Lichterkette brennen, ist dafür die Leistung eines kleineren Wasserkraftwerks nötig.

Wer deswegen ein schlechtes Gewissen hat, kauft LED-Systeme: Sie verbrauchen weniger Strom als Glühlämpchen, sind aber teurer und erzeugen ein eher kaltes Licht. «Wir rechnen damit, ab nächstem Jahr auch LED-Systeme mit wärmerem Licht anbieten zu können», so Jumbo-Sprecher Massimo Moretti. Schön - aber nur wenn man vor lauter Freude nicht gleich das ganze Haus damit beleuchtet.

Anzeige