Die Zurzacher Wäschefirma Triumph International widmet sich hauptsächlich weiblichen Kurven: Als BH-Spezialistin ist sie in der Schweiz Marktleaderin im Dessousbereich. Im Frühjahr soll die neue Produktelinie «dangerous!curves» (gefährliche Kurven) lanciert werden.

Nicht ungefährlich für das Image der Firma ist aber ihr Engagement im ostasiatischen Staat Burma: Die weltweit tätige Clean Clothes Campaign – die «Kampagne für gerecht produzierte Kleider» – hatte den Wäschekonzern Anfang Jahr in ganzseitigen Inseraten aufgefordert, sich aus den Geschäftsbeziehungen mit der Militärdiktatur in Burma zurückzuziehen. Nun hat die britische Burma-Solidaritätsbewegung gar zum Boykott von Triumph-Unterwäsche aufgerufen.

Unter dem Kampagnentitel «Support Breasts not Dictators» (Stützt Brüste, nicht Diktatoren) wirft die Organisation Triumph vor, ein Militärregime zu unterstützen, das Menschen- und Arbeitsrechte vollkommen missachtet: Die Fabrikationshallen des burmesischen Triumphwerks nahe der Hauptstadt Rangun seien zumindest teilweise in Zwangs- und Kinderarbeit ausgebaut worden.

Ausgeführt worden seien die Zwangsarbeiten im Jahr 1996. Triumph International begann 1997 in den dortigen Industrieanlagen mit der Produktion von Damenunterwäsche. Alois Hirzel, Mediensprecher von Triumph, bestreitet dies vehement: «Das ist schlicht unwahr, es liegen keinerlei Beweise für Zwangsarbeit vor.» Er räumt aber ein, dass «die Situation in Burma problematisch» ist. So problematisch, dass die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) der Uno erstmals in ihrer 82-jährigen Geschichte Sanktionen gegen Burma verhängt hat.

Die Berichte der ILO-Delegation sind eindeutig: Burma ist noch weit davon entfernt, die Menschenrechte einzuhalten und ein demokratisches Land zu werden. In den Niederlanden macht deshalb sogar der Branchenverband der Unterwäschefirmen Druck auf Triumph: Aus Angst vor negativen Schlagzeilen wurde Triumph kürzlich vom PR-Anlass «Nacht van der Lingerie» ausgeschlossen.