Das Inserat klang verlockend. «Warum 54'000 Franken für einen fabrikneuen Audi Q5 bezahlen, wenn man ihn auch für gut 31'000 Franken haben kann?», fragte sich Beobachter-Leser Alfred Rohrer (Name geändert) und meldete sich bei der inserierenden Firma Meyer & Hallberg. Die Antwort liess nicht lange auf sich warten. Die Firma – die gemäss eigenen Angaben im brasilianischen Foz do Iguaçu sitzt und mit Audis handelt, die südamerikanische Kunden zwar bestellt, aber nie abgeholt haben – schickte Rohrer einen Kaufvertrag. Kostenpunkt für den Audi Q5: 31'140 Franken, Einfuhrzoll inklusive.

Der Wagen stehe fabrikneu in einer Freihandelszone in Paraguay, hiess es im Vertrag. Nach der Überweisung der Frachtkosten von rund 2500 Franken werde er umgehend in die Schweiz verschifft. Doch nun wurde Rohrer stutzig.

Zu Recht. «Betrüger versuchen schon seit einiger Zeit, mit derartigen Angeboten an Geld zu kommen», sagt Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. «Sie preisen ein Produkt an, das es gar nicht gibt, und verlangen eine Vorauszahlung für Frachtkosten oder eine Reservationsgebühr. Kaum haben sie die erhalten, lassen sie nichts mehr von sich hören.» Neben Autos werde diese Praxis auch bei angeblichen Luxuswohnungen angewendet.

Aus Südamerika, vor allem aus Argentinien, bieten immer wieder Firmen mit deutschen Namen Autos günstig zum Reimport an. Martin Sorg: «Solche Schnäppchen sind zu schön, um wahr zu sein. Sobald Vorauszahlungen oder ein schwieriger Transport im Spiel sind, sollten Kaufinteressierte die Finger davon lassen.»

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