Der eingeschriebene Brief aus China war «vertraulich» und begann vielversprechend mit «Herzlichen Glückwunsch». Rosmarie Kirchhofer aus Luzern, registriert als «aktenkundiger Empfänger» Nummer 2069316590R150212153DE46017, sei betreffs Gewinns eines «2010 Mercedes Smart Fortwo» auf den Preisstatus «Zuteilung und Versand ausstehend» gesetzt worden. So stands schwarz auf schimmelgrün.

Das macht 30 Euro, bitte schön

Für das «Stellen eines formalen Antrags auf Transfer des mir zustehenden Wertpotentials im maximalen Auszahlungswert» von 18'000 Euro fehle einzig noch die Überweisung der Transfergebühr von 30 Euro.

Natürlich ist der Sie-haben-gewonnen-Trick so alt wie faul. Neu ist nur die grosse «Transferdistanz» China–Schweiz von rund 7500 Kilometern. Doch das kostet nicht alle Welt: Mit umgerechnet Fr. 1.16 für die eingeschriebenen Briefe halten sich die Versandkosten für die chinesischen Schlaumeier in Grenzen.