Als Rita Müller* diese Woche nach Hause kam, hing am Türgriff ihrer Wohnung ein Werbeschild der Swisscom. Im Stil der «Bitte nicht stören»-Tafeln an Hotelzimmern warb das Telekomunternehmen für sein neues Glasfaser-Internetangebot. Pikant dabei: Die Wohnung von Müller befindet sich im 6. Stock, die Haustür ist abgeschlossen und an ihrem Briefkasten hat Müller einen «Bitte keine Werbung»-Kleber angebracht. «Ich finde das äusserst dreist und aufdringlich», ärgert sich Müller. 

Wie konnte es dazu kommen? «Nimmt ein Installateur in einem Haus einen Glasfaseranschluss in Betrieb, hinterlässt er bei den restlichen Mitbewohnern ein solches Werbeschild», erklärt ein Sprecher der Swisscom. Damit sollen Bewohner darauf aufmerksam gemacht werden, dass an ihrem Standort das neue Glasfaserangebot verfügbar ist. Dieses Vorgehen werde im Vorfeld jeweils mit der Hausverwaltung abgesprochen.

Dass dabei Stopp-Werbung-Kleber missachtet werden, soll laut Swisscom aber nicht mehr vorkommen. «Wir werden unsere Installateure instruieren, künftig einen Abgleich zwischen dem Stopp-Kleber am Briefkasten und der Wohnungstür zu machen.»

Illegal ist die Werbemethode der Swisscom nicht. Noch immer gibt es keine rechtliche Grundlage gegen Verteiler, die Stopp-Kleber ignorieren.

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Quelle: Getty Images

* Name geändert