George Evans war ein australischer Entdecker, ist ein Sänger aus Kanada, ein Professor in Oregon und ein englischer Fussballprofi. Doch den Anwalt George Evans aus dem britischen Oxford gibt es nicht. Und es gibt auch kein Millionenerbe des toten Verwandten, das nun verteilt werden soll. Der entsprechende Brief, den Beobachter-Leser erhielten, ist ein Betrugsversuch.

Schlechtes Deutsch und abenteuerliche Geschichten

Der Trick ist alt und läuft unter dem Banner «Nigeria Connection»: Um ans Erbe zu kommen, muss man erst ein paar tausend Franken an einen Anwalt oder einen Erben überweisen, der auf der Flucht ist. Im besseren Fall hat es sich damit, im schlechteren folgen neue Schreiben, die neue Zahlungen fordern. Allen Fällen gemeinsam ist: Das Geld ist weg. Typisch für solche Betrugsfälle sind schlechtes Deutsch und abenteuer­liche Geschichten. In diesem Fall hat der Verstorbene 41 Millionen Dollar bei einer britischen Bank hinterlegt. Anspruch auf das Geld haben nur Verwandte. Doch Anwalt Evans, von der Bank betraut, fand keine. Da stiess er «völlig zufällig» auf den Adressaten des Schreibens, der den gleichen Nachnamen wie der Verstorbene trägt.

Reagiert man darauf, folgt der eigentliche Betrugs­versuch. Man soll Evans als Vorauszahlung ein paar tausend Franken überweisen. Dann noch ein paar Tausender. Und weil man schon gezahlt hat, noch ein paar Tausender. Und so weiter.