Seit bald vier Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Zürich Sihl gegen die Business Academy. Die letzten Untersuchungshandlungen liegen inzwischen zeitlich so weit zurück, dass sich der Anwalt der umstrittenen Firma gar nicht mehr daran erinnern kann.

Entsprechend ist die Business Academy, die ihren Sitz in der Karibik hat, weiter fleissig auf Kundenfang. Verkauft wird ein dubioses «Weiterbildungsseminar» für rund 6500 Franken. Der saftige Preis wird Angeworbenen schmackhaft gemacht durch die Möglichkeit, als «Vermittler» weiteren Personen das «Weiterbildungsseminar» zu verkaufen.

Donato Liccione, 26, buchte ein solches Seminar. «Sie sagten, es gehe um Motivation und Erfolgsstrategien. Damit könne man viel Geld verdienen. Thema im Kurs war dann aber vor allem, wie man möglichst viele Leute ins Boot holt.» Liccione wollte den Vertrag kündigen. «Sie sagten, das könne ich gerne. Zahlen aber müsste ich trotzdem.»

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Eigentlich erlaubt das Haustürgesetz, Verträge zum «persönlichen oder familiären Gebrauch» innert sieben Tagen zu widerrufen. Die Business Academy versucht dies zu vereiteln, indem sie einen Passus in den Kaufvertrag einfügt, in dem der Unterzeichner bestätigt, er erwerbe das «Weiterbildungspaket» zu beruflichen Zwecken.

Zehn Strafanzeigen sind inzwischen eingegangen. «Weitere wurden bereits telefonisch angekündigt», sagt Staatsanwältin Cornelia Hürlimann. Warum dauert das Verfahren so lange? «Ein Strafverfahren, in dem stets neue Anzeigen eingehen, zieht sich naturgemäss in die Länge.» Das Verfahren aber geniesse hohe Priorität. Wirklich? Der Anwalt eines Business-Academy-Geschädigten bot der Staatsanwaltschaft im November telefonisch an, die Verfahrensakten zur Verfügung zu stellen. Er wartet noch heute auf den Rückruf.

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