«Mal schauen, wer diesmal in die Tasche greift», werden sich die Betreiber der Content4U GmbH gedacht haben. In diesen Tagen erhalten Internetnutzer in der Schweiz wieder Post aus Hessen. Genauer: von der «Deutschen Internetinkasso GmbH» mit Sitz in Heusenstamm bei Frankfurt.

Dubioses Vergleichsangebot

Der Ton des Briefs ist freundlicher als auch schon: Man fühle sich verpflichtet, zu einer schnellen und günstigen Einigung zu gelangen. «Dafür gehen wir gerne einen Schritt auf Sie zu und lassen Sie mit dieser Angelegenheit nicht alleine», schreibt Geschäftsführerin Réka Franko versöhnlich. «Ausgewählten Kunden» könne man ein Vergleichsangebot in der Höhe von 50 Euro unterbreiten. Dann sei die Sache erledigt.

Leute, die dieses Schreiben erhalten, sind zuvor in eine Abofalle getappt. Auf Download-service.de zum Beispiel. Die Seite macht einen seriösen Eindruck und ähnelt einer gewöhnlichen Downloadseite für Gratissoftware wie Open Office, Paint oder Google Chrome. Bevor man die Software herunterladen kann, wird man jedoch gebeten, seine Personalien einzugeben und die allgemeinen Geschäftsbedingungen per Mausklick zu akzeptieren. ­Ohne es zu merken, schliesst man damit einen Zwei-Jahres-Abovertrag für 96 Euro pro Jahr ab. Der Beobachter empfiehlt wie immer: Bezahlen Sie nichts und bestreiten Sie die Forderung per Einschreiben. Falls Sie das schon getan ­haben: Schenken Sie der ­erneuten Forderung keine Beachtung.

Hinter Content4U steckt der umtriebige Geschäftsmann Michael Burat, der Hunderte ähnlicher Seiten betreibt. Laut dem deutschen Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) wurde er im Juni vom Landgericht Frankfurt wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Der VZBV führte Verfahren gegen insgesamt neun Firmen, an denen ­Burat zumindest als zeit­weiliger Geschäftsführer beteiligt war.