Es ist verboten, einen Gewinn zu versprechen, der bei einer Werbefahrt ausbezahlt wird. So bestimmt es das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ausdrücklich, seit bald vier Jahren. Wer es trotzdem tut, handelt unlauter, kann beim Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) angezeigt werden und riskiert eine Busse. Das Gesetz zeigt Wirkung: Die Anfragen zu unlauteren Gewinnversprechen beim Beobachter-Beratungszentrum sind zurückgegangen.

«Etwas Besonderes einfallen lassen»

 

All das kümmert den Anbieter Freizeit & Reisen aus Wohlen AG aber nicht. Mehr noch: Er hat sich einen faulen Trick einfallen lassen. Er verschickt persönlich adressierte Briefe mit dem Titel «Vergessene Gewinnzustellung». Darin heisst es in blumigen Worten, der Empfänger habe 2012 den zweiten Preis von 3000 Franken bei einem Preisrätsel gewonnen. Beim Umzug der Geschäftszentrale seien die Daten aber verloren gegangen und nun – o Wunder – von der internen Revisionsstelle wieder gefunden worden. «Als Wiedergutmachung haben wir uns etwas ganz Besonderes für Sie einfallen lassen», schreibt Freizeit & Reisen. Man dürfe den Preis als Ehrengast im feierlichen Rahmen bei einer Carfahrt entgegennehmen.

All die schöne Prosa hilft nichts: Der versprochene Gewinn wird mit Sicherheit nie ausbezahlt. Vielmehr dient die Carfahrt dazu, den Teilnehmern bei der «Feierlichkeit» allerhand Unnützes und Überteuertes anzudrehen.

Zum Vorwurf des unlauteren Gewinnversprechens nimmt Freizeit & Reisen keine Stellung.

So sieht der Brief aus:

Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.