Zu spät realisierte Bettina Arnold*, dass man nicht zurücktreten kann von einem Vertrag, den man an einer Messe abschliesst. Sie hatte sich an der Olma zum Kauf einer Einbauküche über­reden lassen und einen Vertrag über fast 22'000 Euro unterschrieben. Als sie ihn zu Hause genauer unter die Lupe nahm, bemerkte sie: Vieles, was der Verkäufer an der Messe versprochen hatte, stand gar nicht oder ganz anders im Vertrag. Der Küchenumbau erschien ihr damit so unberechenbar, dass sie das Vertrauen in die Firma verlor. «Wie kann ich eine Vertragsaufhebung erreichen?», fragte sie an der Beratungshotline des Beobachters.

Rechtlich war das nicht möglich, wie die Prüfung des Vertrags ergab. Der Küchenbauer hatte darin sogar das Kündigungsrecht gemäss Werkvertrag ausgeschlossen. Dennoch ermunterte der Beobachter Bettina Arnold, ein Kündigungsschreiben zu verfassen und der Firma einen Schaden­ersatz anzubieten.

Mit der empfohlenen Argumentation hatte sie Erfolg: Der Küchenbauer erklärte sich bereit, sie gegen eine Schadenersatzzahlung von 2500 Euro aus dem Vertrag zu entlassen. «Ich bin sehr erleichtert», meldete Bettina Arnold zurück. Dank der «tollen Beratung» sei sie mit einem blauen Auge davongekommen.

*Name geändert