Vor dem Supermarkt Eintritt bezahlen, damit man den Laden überhaupt betreten darf? Das lässt sich niemand bieten. Der Internetshop Fashion-stores.ch macht dieses absurde Prinzip zum Konzept. Der Modeshop wirbt mit Produkten zu Sonderpreisen: «Bis zu 80 Prozent sparen! Über 1,1 Millionen Produkte im Sortiment!» Bevor man die Angebote sehen kann, muss man sich als Mitglied registrieren. Leicht überliest man den kleinen und unerwarteten Hinweis, dass durch die Anmeldung Kosten von knapp 90 Franken pro Jahr entstehen und man einen Zweijahresvertrag abschliesst. Das Kleingedruckte räumt immerhin ein Widerrufsrecht von sieben Tagen ein – nur merken die meisten Nutzer gar nicht, dass sie gerade einen Vertrag abschliessen.

Spätestens wenn man die Website eingehender studiert, wird klar, dass etwas nicht stimmen kann: Es gibt kein vollständiges Impressum, der Kontakt kann nur über ein Formular hergestellt werden, die Aktions-Anzeigen funktionieren nicht, und das Newsarchiv ist leer. Die Angebote des Shops sind zudem fragwürdig: Unter der Rubrik «Damenschuhe» werden vor allem Schuhsohlen präsentiert, unter «Herrenunterwäsche» gibt es «Lady-Feinsöckchen» und unter «Kinder und Teens» gar keine Angebote. Der Gipfel: Fashion-Store verkauft selbst nichts. Die Kunden werden an etablierte Online-Shops wie Amazon oder Zalando weitergeleitet. Wofür man da eine Gebühr bezahlen soll, ist unverständlich.

Im Handelsregister ist Fashion-stores.ch nicht eingetragen, der Server der Seite steht in Panama. An der Geschäftsadresse in Kloten ist Fashion-Store nicht zu finden. Nur ein Postfach in Winterthur begründet seine Existenz. Per E-Mail weist Fashion-stores.ch alle Vorwürfe zurück: «Unser Angebot ist völlig rechtens. Wer sich anmeldet, schliesst einen gültigen Vertrag ab.» Namentlich verbürgen will sich dafür aber niemand. Rafaela Roth

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