Die Sperrfeuer schwatzende Animatorin sucht einen Begriff mit «Wasser». Leider knackt keiner das Rätsel. Die Lösung ist: Wasserstoffbrückenbindung. Oder: Wasserstoffarmglühen.

«Swissquiz» läuft abends auf Privatsendern wie 3+, Star TV oder Viva. Das Prinzip ist einfach. Jeder Anruf und jede Minute kostet Fr. 1.85, auch wenn man nicht direkt ins Studio durchgestellt wird. Um den Zuschauern vorzugaukeln, sie besässen eine reelle Gewinnchance, beginnt jede Sendung mit einem einfachen Rätsel. Danach wirds schwierig.

Privatsender und die Produktionsfirma Primavera TV haben sich damit eine wahre Goldgrube erschlossen. Denn die als Wissensspiel getarnten Lotteriesendungen bescheren ihnen Umsätze im mehrstelligen Millionenbereich. In der Schweiz können die Sender ihre Zuschauer schröpfen, ohne gross von Behörden oder der Staatsanwaltschaft behelligt zu werden.

Die Beschwerden nehmen zu

Beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) sorgte die steigende Anzahl von Beschwerden immerhin dafür, dass man «Swissquiz» jetzt «prüfen» will. Anlass zu grossen Erwartungen besteht nicht: «Unsere rechtliche Handhabe ist sehr beschränkt», sagt Susanne Marxer vom Bakom. Die Medienpolitikerin und SVP-Nationalrätin Natalie Rickli findet die Sendungen «zwar auch doof», sieht aber keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf. «Ich empfehle den Sendern, auf Basis der Branchen-Selbstregulierung tätig zu werden.»

Ganz anders in Deutschland. Dort werden die Sender jetzt zur Kasse gebeten. 9Live kassierte eine Busse von 115'000 Euro, DSF muss 10'000 Euro zahlen und Super RTL immerhin 5000 Euro. Die Sender haben gegen die Gewinnspielsatzung verstossen. Diese Regelung soll Täuschungen bei Gewinnspielsendungen ausschliessen und damit den Konsumentenschutz stärken.

«Die Rechtslage ist unbefriedigend», sagt Andreas Tschöpe von der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz. «Jeder spielt dem anderen den Ball zu. Verlierer sind die Konsumenten. Wir würden uns eine aktivere Haltung von den Behörden wünschen.» Die wirksamste Massnahme gegen die Nervsendungen ist aber nach wie vor: Gar nicht erst anrufen.