Heinz Zimmermann, Verwaltungsratspräsident der F.I.C. Fibal AG, will keine Fragen von Journalisten beantworten. Ein schlechtes Zeichen. Der Beobachter wollte wissen, was hinter den obskuren Inseraten der F.I.C. steckt, die «Grosskredite mit Laufzeit bis zu 25 Jahren» versprechen.

Gewerbetreibende, die sich bei Zimmermanns Firma gemeldet hatten, bekamen bei Treffs in Autobahnraststätten Folgendes zu hören: Die F.I.C. sei in der Lage, Kredite in praktisch unbeschränkter Höhe von Investoren aus Erdölländern des Mittleren Ostens sowie aus Südamerika oder Europa zu vermitteln. Jedermann könne «unbürokratisch und vor allem auskunftsfrei» einen solchen Kredit erhalten. Wer die unzähligen Formulare vollständig ausfülle, werde nicht abgelehnt.

Die Formulare haben es dann allerdings in sich. Zur Absicherung des Darlehens muss eine «Restschuldversicherung» abgeschlossen werden. Die – im Voraus – zahlbare Prämie beträgt bei einer Kreditsumme von einer Million Franken 2620 Franken. Zudem ist eine pauschale «Aufwandsentschädigung» von 40000 Franken – in einigen Unterlagen figuriert auch der Betrag 75000 Franken – fällig. Dazu kommen noch sechs Prozent «Courtage».

Undurchsichtiges Firmengeflecht
Die F.I.C. gibt sich in Prospekten einen seriösen Anstrich. Als Partner figurieren in den Unterlagen jedoch undurchsichtige Firmen wie die Swidomsa SA in der Dominikanischen Republik oder die Seguro Financiaçion SA in Venezuela.

Wer beim Handelsregisteramt nachfragt, erfährt, dass die Firma genau seit August 1999 eingetragen ist. Die F.I.C. entstand durch Namenswechsel aus einem 1992 gegründeten Aktienmantel namens Ultrasun. Diese Firma vertrieb ursprünglich Sonnenschutzmittel.

Johann-Christoph Rudin, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft der Investoren Schweiz (SIS), hält wenig von Kreditvermittlern wie der F.I.C. «Im besseren Fall verlangen die Darlehensgeber hohe Zinsen und Gebühren und bedienen sich ruppiger Methoden beim Inkasso. Im schlechteren Fall werden vor der Darlehensauszahlung Provisionen und Versicherungsprämien verlangt, ohne dass das Darlehen je ausbezahlt wird.»

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Rudin rät deshalb «dringend von jedem Kreditgeschäft ab, bei dem der Darlehensnehmer vor der Auszahlung des Kredits etwas leisten muss». Derselben Ansicht sind die Betrugsspezialisten der Zürcher Kantonspolizei, denen das Vorgehen der F.I.C. «sehr bekannt» vorkommt.

Das könnte auch mit der Person Heinz Zimmermanns zusammenhängen. Dieser war nämlich einst Polizist und versuchte sich dann als Privatdetektiv. Dabei arbeitete er aber so unseriös, dass der Beobachter mehrmals über ihn berichten musste. Das erklärt auch, weshalb er Telefonanrufe von Journalisten nicht besonders mag.