Gut gemeint, nur leider nutzlos: Der Aargauer SVP-Nationalrat und Fuhrhalter Ulrich Giezendanner schickte einem angeblich krebskranken Knaben in England seine Visitenkarte und ein Sackmesser. Weil der siebenjährige «Drain Arnold» mit seiner Visitenkartensammlung unbedingt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen werden wolle, bat die Aargauer Kantonalbank Giezendanner und weitere Kunden, bei der Aktion mitzumachen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tränendrüsen-Kettenbriefen stimmt dieser zwar immerhin im Ansatz, doch macht dies die ganze Sache nicht besser: 1989 hiess der damals neunjährige Knabe noch Craig Shergold und sammelte Postkarten, zehn Jahre später war aus demselben Jungen «Drain Enold» geworden und nun eben «Drain Arnold». Würde Giezendanner den Beobachter regelmässig lesen, so wüsste er: Der Knabe ist dank einer Operation geheilt – und längst erwachsen.