Diesmal war Elvira Schmid aus Chur das Glück anscheinend hold: Aus einer fällig gewordenen Lebensversicherung werde ihr ein Guthaben von 36'000 Franken ausbezahlt, hiess es in einem Schreiben der Firma I.E.F. aus Holland. Sie müsse nur den Erhalt der beigelegten «Bankkarte» bestätigen und zum Erhalt des zustehenden Betrags einen «Kosten­anteil» von 60 Franken «für die Abwicklung der Formalitäten und die notwendigen Urkunden» zahlen.

Hier wurde Beobachter-Leserin Elvira Schmid stutzig – zu Recht, denn kleinstgedruckt, mit grüner Schrift auf grünem Grund beinahe unleserlich, steht im Schreiben: «Wird gültig, wenn Sie nach Veranstaltungsende als Gewinner gezogen werden.» Aha, ein Gewinnspiel – keine neue Masche, aber hier ziemlich dreist, weil der Brief den Eindruck erweckt, von einer Bank zu stammen. Die Rückseite besagt, ebenfalls fast un­leserlich: «Bei dem hier vorliegenden Schreiben handelt es sich um eine Promotionsveranstaltung zum Verkauf eines esoterischen Produkts. Dabei kann es sich um eine esoterische Methode oder einen Talisman handeln, mit Hilfe dessen man reich werden kann.» Die «Bearbeitungsgebühr» von 60 Franken entspreche dem Kaufpreis.

Wetten, dass Elvira Schmid, wenn sie bezahlen würde, bald im Besitz eines nutzlosen Amuletts wäre? Und dass keine Rede mehr von den versprochenen 36'000 Franken wäre?

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