1. Home
  2. Konsum
  3. Konsumentenschutz
  4. Green Motion: Kratzer frech untergejubelt

Green MotionKratzer frech untergejubelt

Autovermieter Green Motion fordert über 1300 Franken für zwei rätselhafte Kratzer am Auto.

Mietwagen: am besten Vollkasko ohne Selbstbehalt.
von aktualisiert am 07. Dezember 2017

Stöckmanns aus Biel hatten geahnt, dass die Rückgabe des Mietautos nicht reibungslos verlaufen würde. Schon bei der Übernahme des Kleinwagens von Autovermieter Green Motion im schottischen Edinburgh waren sie stutzig geworden. «Der Wagen hatte unglaublich viele Kratzer», sagt Madeleine Stöckmann. Und: Als sie Beweisfotos schiessen wollten, habe der Mitarbeiter das verboten.

Bei der Rückgabe zehn Tage später entdeckte er schnurstracks zwei neue Kratzer an Wagenseite und Stossstange. Kostenpunkt: gut 1300 Franken. «Wir sind absolut sicher, dass wir die Kratzer nicht gemacht haben», so Stöckmanns. Ähnliches passierte auch anderen Kunden. Laut dem britischen «Guardian» werden Green-Motion-Kunden regelmässig für Schäden verantwortlich gemacht, die sie nicht verursacht haben.

Nach hartnäckigem Verhandeln erliess der Filialmitarbeiter dem Ehepaar die Kosten für einen der zwei Kratzer. Trotzdem mussten sie 550 Franken für Schäden zahlen. «Irgendwann unterschrieben wir das Formular, damit wir das Geld so immerhin über unsere Vollkaskoversichexrung zurückfordern können.»

Drei Stunden nachdem sich der Beobachter einschaltete, erhielt das Paar eine Nachricht von Green Motion. Man habe festgestellt, dass der Schaden schon vorher bestanden habe. Die verrechneten Gebühren würden entsprechend zurückvergütet.

Dem Beobachter schreibt die Firma: «Bei Problemen mit unseren Gebührenabgaben wird der Fall geprüft und bei einem Fehler das Geld rückerstattet.»

Anzeige

Kunden haben kaum Chancen

Franco Muff, Ombudsmann der Schweizer Reisebranche, warnt vor unbekannten Autovermietern. Er rät, auf bekannte Firmen zu setzen oder direkt im Reisebüro zu buchen. «Im Nachhinein haben Kunden kaum Chancen, ihr Recht einzufordern», sagt Beobachter-Expertin Nathalie Garny. Da der Anbieter meist im Ausland sitze, müsste man sich einen Anwalt nehmen. «Die Kosten dafür übersteigen in der Regel die eigentliche Streitsumme.» 

Garny rät zu einer guten Vorrecherche – und empfiehlt eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt. «Das kostet zwar mehr, erspart aber Ärger.»

«Jeden Freitag direkt in Ihre Mailbox»

Jasmine Helbling, Online-Redaktorin

Jeden Freitag direkt in Ihre Mailbox

Der Beobachter Newsletter