Die meisten haben es mittlerweile gelernt: Mit dem Handy aus dem Ausland nach Hause anzurufen kann ganz schön ins Geld gehen. Wie viel es kostet, weiss man vor dem Telefonat nicht – und erlebt dann hinterher eine böse Überraschung, wenn man die Rechnung präsentiert bekommt. Das gilt auch für Telefonate im Land selbst, Anrufe aus der Schweiz, SMS, MMS und E-Mails.

Das wird in Zukunft nicht mehr passieren. Die Anbieter müssen ihren Kunden seit dem 1. Juli die maximal anfallenden Kosten eines Anrufs, einer MMS oder einer E-Mail mitteilen – zum Beispiel mit einer SMS –, sobald man ein internationales Mobilfunknetz nutzt. Bereits seit Januar 2010 sind die Anbieter verpflichtet, Neukunden und jene, die das Abo wechseln oder eine SIM-Karte kaufen, zu informieren, wie sie die Tarife für das Benutzen eines Mobilfunknetzes im Ausland (Roaming) und mögliche Preisreduktionen in Erfahrung bringen können.

Über teure Dienste besser informieren

Bessergestellt werden auch jene, die einen teuren SMS-Chat oder Erotikdienstleistungen abonniert haben und sie nicht mehr löschen können. Die wenigsten erinnern sich, wie sie zu solchen Abos gekommen sind, geschweige denn, wie man sie wieder stoppen kann. Oft haben sie die Dienstleistungen auf irgendeiner Internetseite angeklickt und damit ein Abo ausgelöst. Und weil sie gar keinen Vertrag abschliessen wollten, haben sie sich die entsprechende Seite auch nicht ausgedruckt oder den Deaktivierungscode notiert.

Seit Anfang Jahr kann man die teuren sogenannten Mehrwertdienste nicht mehr einfach mit einem Klick im Internet bestellen. Der Anbieter ist verpflichtet, alle Angaben zum betreffenden Abonnement auf das Handy zu schicken. Und nicht nur das: Der Kunde muss von diesem Mobiltelefon aus bestätigen, dass er das Angebot annimmt. Damit erhalten die Konsumenten Gelegenheit, sich zu überlegen, ob sie für solche Dienstleistungen wirklich zahlen wollen. Und es wird verhindert, dass irgendeine Drittperson ein solches Abo im Internet auslöst.

Seit dem 1. Juli 2010 wird zusätzlich die Kündigung einfacher: Die Anbieter müssen ab diesem Zeitpunkt den Ausstiegscode bei jeder SMS oder MMS mitteilen.

Die Schlichtungsstelle wird prominenter

Ebenfalls haben Anbieter klar zu deklarieren, dass der im Inserat oder im Internet angegebene Preis für eine 090x-Nummer nur für Anrufe aus dem Festnetz gilt. Somit erhalten diejenigen, die vom Handy aus eine solche Nummer anrufen, nicht mehr eine unerwartet höhere Rechnung.

Schliesslich sind die Anbieter seit Anfang Jahr verpflichtet, bei jeder Rechnung oder bei jedem Aufladen des Prepaid-Handys auf die Schlichtungsstelle der Telekommunikationsbranche Ombudscom hinzuweisen. Bisher wussten nur die wenigsten, dass es diese Schlichtungsstelle gibt. An sie kann man gelangen, wenn man sich mit einem Anbieter wegen einer Forderung nicht einigen kann. Das Verfahren ist für den Konsumenten kostenlos, und es bestehen Chancen, dass man so eine zufriedenstellende Lösung findet.

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