Am 11. Oktober 1998 wurde in der Salvator-Kirche in München der selbst ernannte argentinische Geistheiler Romulo Braschi zum «Erzbischof von München, Zürich, Buenos Aires und San Salvador de Bahia» geweiht – und gleichzeitig zum Oberhaupt der «Katholisch-Apostolischen Charismatischen Kirche» bestimmt. Der Beobachter berichtete über den obskuren, geschäftstüchtigen Geistlichen.

An der Bischofsweihe von Braschi wirkte auch Karl-Heinz Hilarios Ungerer mit, Erzbischof einer freikatholischen Kirche in Deutschland. Dieser hat laut der Sektenaufklärungszeitschrift «Robin Direkt Report» kürzlich im Bischofsornat an der Eröffnung der neuen Scientology-Organisation in Hamburg teilgenommen. «Was die Scientologen leisten, ist enorm!», lobte Monsignore Ungerer. Und rühmte sich seiner Kontakte mit Heber-Jentzsch, einem führenden Scientology-Präsidenten in den USA.

Der «Robin Direkt Report» bezeichnet Ungerer als «Hochstapler». Der gelernte Krankenpfleger sei bereits 1966 aus einer Freikirche ausgeschlossen worden, als er unbefugterweise Brustkreuz und Bischofsring trug und sich als Priester verkleidete. Zudem soll er «einen Minderjährigen vernascht haben». Auch der «Münchner Merkur» bezichtigte den «Bischof von eigenen Gnaden» des Etikettenschwindels. Vorwürfe, die ehemalige Anhänger heute auch gegenüber «Erzbischof» Braschi erheben.

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