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Illegale MedikamenteZum Glück liefern sie nicht

Hormone aus dem Webshop: Oft wächst nur das Konto des Verkäufers.

Dexter Jackson, Mr. Olympia 2008: Nach Meinung von Experten sind die Muskelmasse und -definition von Profibodybuildern nur durch Doping erreichbar.

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Haarausfall, Leberschäden, erhöhtes Herzinfarktrisiko und schrumpfende Hoden gefällig? Anabole Steroide für den Muskelaufbau böten dazu eine Gelegenheit, angeblich ohne Rezept erhältlich im Internetshop Medikamenterezeptfrei.biz.

«Trotz moralischen Bedenken»

Zum Abnehmen empfiehlt der Webshop etwa Ephedrin, das primär in der Tiermedizin bei Hündinnen mit Harninkontinenz zum Einsatz kommt, ­sowie ein Mittel, das Frauen mit Ovulationsproblemen verschrieben wird. Und für potentielle Vergewaltiger werden «trotz den moralischen Bedenken» und «wegen der starken Nachfrage» K.-o.-­Trop­­fen an­geboten. Kurz: Was die Site anbietet, ist in der Schweiz nicht zugelassen oder zu Recht rezeptpflichtig.

Wer glaubt, er müsse solcherlei Mittel dort bestellen, erlebt weder Muskelzuwachs noch Gewichtsreduktion, sondern höchstwahrscheinlich finanzielle Verluste. Allgemeine Geschäftsbedingungen fehlen auf der Website, und auch Anschrift und Namen der Betreiber sucht man vergeblich. Einzig ein Kontaktformular gaukelt den Kunden vor, dass hinter der Website eine Firma steckt.

Der Trick ist einfach: Die Ware wird laut Website erst dann geliefert, wenn das Geld bei den Betreibern eingegangen ist. Auf das Päckchen wartet man, so berichten Geschädigte, vergeblich.

Veröffentlicht am 06. November 2012