Vor diesem Mann ist keine Marktlücke sicher. Bereits mehrere Male versuchte der Ukrainer Sergej Gerasjuta, mit fragwürdigen Bettelbriefen die Herzen potenzieller Spender zu erweichen. Dann bot er teure Anleitungen zum Erwerb des Schweizer Passes an und vermittelte «Brieffreundschaften» – mit verführerischen Fotos von jungen Ukrainerinnen.

Jetzt macht sich Gerasjuta die Wohnungsnot zunutze. Er liess den «Immobilien-Markt» in zahlreiche Briefkästen verteilen. «Der grösste Liegenschaftsanzeiger der Schweiz», steht auf der kostenlosen 16-seitigen Startausgabe. Ein Grossteil der Angebote wurde aber aus öffentlich zugänglichen Internetseiten zusammengetragen.

Das Inserieren im «Immobilien-Markt» ist gratis; Wohnungssuchende hingegen müssen per Einzahlungsschein Fr. 5.90 pro Ausgabe zahlen – oder für ein Dreimonatsabo 149 Franken plus Porto. Wer «noch nicht publizierte Inserate» im Voraus zugeschickt oder gemailt haben will, zahlt monatlich 99 Franken. Eine unnötige Ausgabe: Im Internet können Interessenten persönliche Suchprofile eingeben und werden informiert, sobald eine passende Wohnung angeboten wird – schnell und kostenlos.