In ihrem neusten Schreiben an ihre Schuldner behauptet die Telebilling kühn, eine «Reihe von Gerichtsurteilen» bestätige die Rechtmässigkeit ihrer Forderungen. Als angeblichen Beweis legt sie eine Aufhebungsverfügung des Untersuchungsrichteramts bei, in der es um die Klage einer Frau gegen eine Internet-Dialer-Firma ging.

Dumm nur: Die Untersuchungsrichterin befand einzig, ein «arglistiges Verhalten» könne «nicht rechtsgenüglich nachgewiesen» werden. Darum würde das Gericht – «in dubio pro reo» – für die Firma urteilen. Doch dass das betreffende Verfahren wegen Betrugs aufgehoben wurde, heisst noch lange nicht, dass eine Forderung (respektive deren Abrechnung durch die Telebilling) gerechtfertigt ist.

Trotzdem meint Rolf Jurkeit, Sprecher der Telebilling, zum missverständlichen Schreiben: «Wir haben das Recht zu sagen, dass die von uns an die Kunden abgerechneten Forderungen nicht durch Betrug zustande gekommen sind.»

Dazu kommt: Das erwähnte Verfahren betrifft ausgerechnet eine Klage gegen die umstrittene deutsche Comet Media Ltd., die im Verdacht steht, einen missbräuchlichen Dialer-Service anzubieten.

Die Swisscom hatte sich geweigert, deren Forderungen einzutreiben, woraufhin die Telebilling AG den Job übernahm.

Anzeige